| Erbaut als Admiralsgartenbad zwischen 1873 und 1875.
Nach Entdeckung einer heißen Quelle unter dem Gebäude im Jahr 1890 von Carl
Gause(er war auch der Architekt des Hotel Adlon) zu einem Spaßbad erweitert:
In den Vergnügungs-Tempel am Bahnhof Friedrichstraße sollten Gäste nicht
allein mit Hallen- und Dampfbad und 62 Plansch-Wannen ins Haus gelockt werden:
1910 kamen noch eine Eisbahn, ein Café und ein Kino dazu. Das ehrgeizige
Freizeitobjekt war am Markt vorbeikonzipiert und ging pleite. Seit 1922
wurde das Hinterhaus als Theater genutzt. Nach der Zerstörung von Knobelsdorffs
Opernhaus Unter den Linden am 3. Februar 1945 diente der Admiralspalast
seit dem 6. September 1945 mit der Premiere von Glucks Orpheus und Eurydike
bis zum 14. Juni 1955 als Ausweichquartier für die Berliner Staatsoper. Ostern 1946, am 21. und 22. April, wurde der Palast Schauplatz deutscher Geschichte. Hier fand der Vereinigungsparteitag von SPD und KPD statt. Nach den Klängen der Fidelio-Ouvertüre gaben sich unter den Augen von 548 SPD-Delegierten und 507 KPD-Delegierten deren Vorsitzende Otto Grotewohl(1894 bis 1964) und Wilhelm Pieck (1876 bis 1960) feierlich die Hand. Im Parkett klatschte Jugendfunktionär Erich Honecker, einst Dachdecker in Wiebelskirchen, begeistert Beifall. In den Jahren danach quartierten sich Institutionen wie der Journalistenverband der DDR in dem Komplex ein. Im Vorderhaus, dem alten Admiralskino, spielt seit 1953 das Kabarett Distel. Im Hofgebäude agierten seit Weihnachten 1955 die Tenöre und Soubretten des Metropol-Theaters mit diversen Operetten und Musicals. Solange, bis die wiedervereinten Kultur-Oberen des Senats Intendant René Kollo am 18. Februar 1997 den Subventionshahn zudrehten. Dessen Großvater, der Komponist Walter Kollo (1878 bis 1940), hatte dort 1913 in der Posse Filmzauber das Lied Solang noch Untern Linden... uraufgeführt, Berlins inoffizielle Hymne. |
