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Ein Platz für die Mode dringend gesucht
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.
Ein Platz für die Mode dringend gesucht
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt.
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
S-Bahn mit noch weniger Wagen
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie.
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie. Jetzt muss sie ab Oktober den Einsatz der betriebsfähigen Fahrzeuge so anpassen, dass bei diesen Wagen die Bremssandbehälter täglich geprüft werden können, was zu längeren Abstellzeiten führt. Bisher gab es eine Frist zwischen 7 und 14 Tagen. Wegen der häufigeren Kontrollen können dann noch weniger Wagen eingesetzt werden als bisher. Der Bahnkonzern, bei dem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) interveniert hatte, teilte ihr mit, dass man erst Anfang Oktober imstande sei, zu sagen, wie viele Wagen die S-Bahn in den folgenden Wochen einsetzen könne. Der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, bezeichnete dies als einen „unternehmerischen Offenbarungseid.“

Schon jetzt kann die S-Bahn weniger Züge fahren lassen, als im Notbetrieb geplant war, weil sie auf neue Achsen und Räder warten müsse, für die es bei den Herstellern lange Lieferfristen gebe. Unverdrossen verkündet das Unternehmen aber weiter, nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember zum Normalbetrieb zurückkehren zu wollen – allerdings weiter mit kürzeren Zügen als üblich. Junge-Reyer sagt dazu, sie glaube bei der Bahn nur noch, was sie auch sehe.

Die tägliche Prüfung der Bremsbehälter ist eine späte Folge eines Auffahrunfalls im November 2006. Im Bahnhof Südkreuz war damals eine S-Bahn gegen ein abgestelltes Prüffahrzeug geprallt; mehr als 30 Fahrgäste waren verletzt worden. Der Triebfahrzeugfahrer hatte zwar heftig gebremst, allerdings war der Behälter für den Bremssand leer, der bei Gefahrenbremsungen auf die Schiene gestreut wird, um die Bremswirkung zu erhöhen. Warum die Behälter aber erst jetzt täglich kontrolliert werden, beantwortete weder das EBA noch die S-Bahn. Im Regionalverkehr sind tägliche Kontrollen üblich. Die Probleme seien seit langem bekannt, kritisierte Franz. Das neuerliche Desaster lasse sich damit nicht begründen.

Weil auch die Bremssteuerung der Fahrzeuge der neuesten Baureihe 481 konstruktionsbedingt bei Notbremsungen nicht optimal funktioniert, muss zudem die Software angepasst werden. Auch dies war nach dem Unfall schnell klar. Bis heute gibt es dafür aber noch keine Lösung. Die S-Bahn hofft, vor Jahresende eine Lösung gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt finden zu können. Danach müssen die 500 Doppelwagen umgebaut werden, was wiederum zu längeren Aufenthalten in den Werkstätten führen wird.

Erst nach einem Umbau der Bremssteuerung dürfen die Züge wieder mit vollem Tempo fahren. Nach dem Unfall 2006 – und nach dem Ausfall der Zwangsbremsung bei der Vorbeifahrt an einem Halt zeigenden Signal – hatte das Eisenbahn-Bundesamt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h reduziert.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Der neue Adlon-Chef und seine Pläne
Der neue Platzhirsch ist da

Nein: Oliver Eller, der neue 43-jährige Adlon-Direktor, ist kein Revolutionär, er wird aus dem Prunkhaus garantiert kein Hostel mit Matratzenlager machen.
Der neue Platzhirsch ist da

Nein: Oliver Eller, der neue 43-jährige Adlon-Direktor, ist kein Revolutionär, er wird aus dem Prunkhaus garantiert kein Hostel mit Matratzenlager machen. Aber: „Wenn es nur darum ginge, alles weiterlaufen zu lassen wie bisher, hätte ich nicht geholt werden müssen.“ Was er nun alles ändern will, darüber schweigt er noch diskret, doch es geht um die Erlebnisqualität, darum, den Service des Hotels in all seinen Möglichkeiten zu zeigen. Er sei, stellt er klar, jedenfalls nicht gekommen, um den Personalstand zu reduzieren. Und da er sich durch seine Körperform durchaus als Genießer zu erkennen gibt, wird man wohl auch um die anspruchsvolle Gastronomie des Hauses keine Angst haben müssen.

Eller, bislang Generaldirektor des Moskauer Ritz-Carlton, war zuvor auch schon im Ritz-Carlton Schlosshotel und im Ritz am Potsdamer Platz tätig. Er hat eine separate Wohnung im Adlon bezogen, sieht sich als immer ansprechbaren Teamplayer – und gibt zu Protokoll, dass er außer dem Kempinski-Vorstand nur Lisa, seiner achtjährigen Tochter aus erster Ehe, zu Willen sei. Mit ihr war er kürzlich in Paris und wählte, natürlich, ein Hotelzimmer mit Blick auf den Eiffelturm. Warum er das erzählt? Um klarzumachen, dass es in Berlin gewiss gut geführte Luxushotels gebe – aber nur eins am Pariser Platz mit Blick aufs Brandenburger Tor. „Lage, Lage, Lage“, das ist für ihn der entscheidende Punkt, da komme die Konkurrenz nicht heran.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 

 
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie. Jetzt muss sie ab Oktober den Einsatz der betriebsfähigen Fahrzeuge so anpassen, dass bei diesen Wagen die Bremssandbehälter täglich geprüft werden können, was zu längeren Abstellzeiten führt. Bisher gab es eine Frist zwischen 7 und 14 Tagen. Wegen der häufigeren Kontrollen können dann noch weniger Wagen eingesetzt werden als bisher. Der Bahnkonzern, bei dem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) interveniert hatte, teilte ihr mit, dass man erst Anfang Oktober imstande sei, zu sagen, wie viele Wagen die S-Bahn in den folgenden Wochen einsetzen könne. Der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, bezeichnete dies als einen „unternehmerischen Offenbarungseid.“

Schon jetzt kann die S-Bahn weniger Züge fahren lassen, als im Notbetrieb geplant war, weil sie auf neue Achsen und Räder warten müsse, für die es bei den Herstellern lange Lieferfristen gebe. Unverdrossen verkündet das Unternehmen aber weiter, nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember zum Normalbetrieb zurückkehren zu wollen – allerdings weiter mit kürzeren Zügen als üblich. Junge-Reyer sagt dazu, sie glaube bei der Bahn nur noch, was sie auch sehe.

Die tägliche Prüfung der Bremsbehälter ist eine späte Folge eines Auffahrunfalls im November 2006. Im Bahnhof Südkreuz war damals eine S-Bahn gegen ein abgestelltes Prüffahrzeug geprallt; mehr als 30 Fahrgäste waren verletzt worden. Der Triebfahrzeugfahrer hatte zwar heftig gebremst, allerdings war der Behälter für den Bremssand leer, der bei Gefahrenbremsungen auf die Schiene gestreut wird, um die Bremswirkung zu erhöhen. Warum die Behälter aber erst jetzt täglich kontrolliert werden, beantwortete weder das EBA noch die S-Bahn. Im Regionalverkehr sind tägliche Kontrollen üblich. Die Probleme seien seit langem bekannt, kritisierte Franz. Das neuerliche Desaster lasse sich damit nicht begründen.

Weil auch die Bremssteuerung der Fahrzeuge der neuesten Baureihe 481 konstruktionsbedingt bei Notbremsungen nicht optimal funktioniert, muss zudem die Software angepasst werden. Auch dies war nach dem Unfall schnell klar. Bis heute gibt es dafür aber noch keine Lösung. Die S-Bahn hofft, vor Jahresende eine Lösung gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt finden zu können. Danach müssen die 500 Doppelwagen umgebaut werden, was wiederum zu längeren Aufenthalten in den Werkstätten führen wird.

Erst nach einem Umbau der Bremssteuerung dürfen die Züge wieder mit vollem Tempo fahren. Nach dem Unfall 2006 – und nach dem Ausfall der Zwangsbremsung bei der Vorbeifahrt an einem Halt zeigenden Signal – hatte das Eisenbahn-Bundesamt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h reduziert.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Der neue Platzhirsch ist da

Nein: Oliver Eller, der neue 43-jährige Adlon-Direktor, ist kein Revolutionär, er wird aus dem Prunkhaus garantiert kein Hostel mit Matratzenlager machen. Aber: „Wenn es nur darum ginge, alles weiterlaufen zu lassen wie bisher, hätte ich nicht geholt werden müssen.“ Was er nun alles ändern will, darüber schweigt er noch diskret, doch es geht um die Erlebnisqualität, darum, den Service des Hotels in all seinen Möglichkeiten zu zeigen. Er sei, stellt er klar, jedenfalls nicht gekommen, um den Personalstand zu reduzieren. Und da er sich durch seine Körperform durchaus als Genießer zu erkennen gibt, wird man wohl auch um die anspruchsvolle Gastronomie des Hauses keine Angst haben müssen.

Eller, bislang Generaldirektor des Moskauer Ritz-Carlton, war zuvor auch schon im Ritz-Carlton Schlosshotel und im Ritz am Potsdamer Platz tätig. Er hat eine separate Wohnung im Adlon bezogen, sieht sich als immer ansprechbaren Teamplayer – und gibt zu Protokoll, dass er außer dem Kempinski-Vorstand nur Lisa, seiner achtjährigen Tochter aus erster Ehe, zu Willen sei. Mit ihr war er kürzlich in Paris und wählte, natürlich, ein Hotelzimmer mit Blick auf den Eiffelturm. Warum er das erzählt? Um klarzumachen, dass es in Berlin gewiss gut geführte Luxushotels gebe – aber nur eins am Pariser Platz mit Blick aufs Brandenburger Tor. „Lage, Lage, Lage“, das ist für ihn der entscheidende Punkt, da komme die Konkurrenz nicht heran.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 

 
Das Kunsthaus an der Oranienburger Straße in Mitte ist in dem kommenden Wochen von der Räumung bedroht

Die Gruppe Tacheles will den Verkauf des gleichnamigen Kunsthauses in Mitte für nichtig erklären lassen. Ob bei der Veräußerung des knapp 24.000 Quadratmeter großen Areals durch die Treuhand an einen privaten Investor schwerwiegende Fehler gemacht worden seien, werde derzeit durch Eingaben beim Bundesrechnungshof, der Senatsfinanzverwaltung und dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses geprüft, teilte die Gruppe am Mittwoch mit.

Nach einer von der Tacheles Gruppe in Auftrag gegebenen rechtlichen Stellungnahme der Kanzlei SKW Schwarz wurde beim Verkauf des Grundstücks an die Fundus GmbH 1998 von der Verwaltung nicht ausreichend geprüft, ob das Immobilienunternehmen das Vorhaben wirtschaftlich realisieren kann. Dies könnte nach Auffassung der Autoren zur Folge haben, dass ein sogenannter Investitionsvorrangbescheid generell nichtig ist und das Gelände an den Bund zurückfällt. Die Fundus-Gruppe hatte den Sachverhalt als "völlig unzutreffend" zurückgewiesen.

Dem vor allem bei Touristen beliebten Kunsthaus in der Oranienburger Straße droht in den kommenden Wochen die Zwangsversteigerung. Die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende HSH Nordbank möchte das Tacheles als Gläubigerin der Fundus GmbH veräußern. Dagegen wehren sich der Verein Tacheles und die Gruppe Tacheles, in der knapp die Hälfte der Künstler, Gastronomen und Projekte in dem Kunsthaus organisiert sind.

Im Falle eines Erfolges planen die Künstler der Gruppe Tacheles nach eigenen Angaben die Errichtung eines gewaltigen Kranzes aus Kriegsschrott und nachgebauten Teilen der Berliner Mauer über dem Areal. Er soll einen Durchmesser von 130 Meter haben und über 2000 Tonnen wiegen. Eine symbolische Grundsteinlegung soll am 3. Oktober stattfinden.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Einigkeit bei den Berliner Wirtschaftsgesprächen: Tourismus kann für die Hauptstadt zum "Retter in der Finanznot" werden

Berlin wird wachsen. Mit Tourismus, Elektroautos, schnellem Internet und Gesundheit sollen laut der McKinsey-Studie „Berlin 2020“ 160.000 neue Jobs in der Hauptstadt entstehen. Ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel, meint Katrin Suder, Leiterin des Berliner McKinsey-Büros.

Insbesondere über das Wachstumspotential des Tourismus diskutierten jetzt Vertreter verschiedener Branchen unter dem Titel „Berlin-Tourismus: Retter der Finanznot?“ im Rahmen der Berliner Wirtschaftsgespräche. Einig waren sich die Diskutanten darin, dass Berlin auch in Zukunft ein beliebtes Urlaubsziel ist. Es bleibe aber der „härteste Hotelmarkt der Welt“, betonte Burkard Kieker, Geschäftsführer von Berlin Tourismus Marketing GmbH. Er befürchte in diesem Bereich eine Blase.

Dennoch könnten im nächsten Jahrzehnt bis zu 500.000 neue Jobs geschaffen werden. Neben dem Tourismus, dem mit einem Jobvolumen von bis zu 115.000 möglichen Stellen die Spitze der Liste potenzieller Wachstumsbranchen reserviert bleibt, reihen sich außerdem die Elektromobilität, die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Gesundheit ein. Schon heute beschäftigt die Tourismusbranche mit 160.000 Arbeitsplätzen 10% aller Erwerbstätigen der Stadt und ist damit Berlins größter Jobmotor. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, müssen neue Besuchergruppen wie beispielsweise junge Familien oder Senioren gewonnen werden, sagt Jasper zu Putlitz, der Tourismusexperte bei McKinsey. Gelingen könnte das durch die Kombination von Kultur- und Erholungsreisen und den Ausbau der Messe- und Kongresskapazitäten. Schulklassen, Jugendgruppen und Wochenendabenteurer kommen jetzt schon gern in die Hauptstadt. Das internationale Besucherprofil wird von Westeuropäern und Amerikanern bestimmt. Eine Öffnung für Besucher aus Osteuropa und Fernost birgt ein enormes Potential, meint zu Putlitz.

Die gute Nachricht des Abends: Vor allem in Schwellenländern wie Indien oder China nehme das Interesse an Berlin bereits weiter zu.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 

 
3-Gang-Responsible Business Menü im Restaurant HEat

Das Restaurant HEat lädt im September zu einer kulinarischen Reise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz ein und Sie können sich für einen "Guten Zweck" engagieren und dinieren.

Küchenchef Mike Prenzlow und sein Team empfehlen:

Bündnerfleisch
an knackigen Blattsalaten und frischem Graubrot

Österreichische Erdäpfelsuppe
mit knusprigem Bauchspeck

Tiroler Käsespätzle
Hausgemachte Käsespätzle mit karamellisierten Zwiebeln

Züricher Geschnetzeltes
vom Schweizer Hochwiesenkalb mit Berner Rösti

Gebratenes Filet vom Bachsaibling
an leichtem Chablisschaum, serviert mit jungem Gemüse und Reistalern

Tripple vom Topfenknödel
Marille-, Nougat- und Erdbeertopfenknödel mit Bourbonvanille

Wie jedes Jahr im September findet im HEat sowie in allen Hotels der Rezidor Hotel Group der "Responsible Business Action Month" statt.

Seit vielen Jahren engagiert sich Rezidor für eine umweltverträgliche Entwicklung und übernimmt Verantwortung für die Umwelt und die lokale Gemeinschaft. In 2001 wurde dieses Engagement verstärkt und in einem Rahmenprogramm genannt "Responsible Business" umgesetzt. Gemeinsam mit anderen Häusern unserer Hotelkette unterstützt das Radisson Blu Hotel in Berlin die internationale Hilfsorganisation "World Childhood Foundation", deren Schirmherrin Königin Silvia von Schweden ist. In unterschiedlichen Projekten setzt sie sich für die Rechte hilfsbedürftiger und ausgebeuteter Kinder auf der ganzen Welt ein.

3-Gang-Responsible Business Menü

Junger Feldsalat mit krossem Speck an Bataten Chips
und Luminer Lammfilet mit Fourme d´Ambert Dressing

Gefüllte Maispoulardenbrust mit Pilz Duxelles
auf Tomaten-Rucola-Gnocchis

Crème Brûlée von der Tonkabohne,
am Tisch flambiert mit Heidelbeerkompott

Das Heat-Team freut sich auf Ihren Besuch.

 
Entdecken Sie die Welt von M·A·C COSMETICS

Ab dem 3. September 2010 können Sie die inspirierenden Make-up Trends, wie den aktuellen katzenartigen Herbstlook "Fabulous Felines" erleben. Lassen Sie sich von dem einzigartigen Pop-up Store in Ihrer Galeria Kaufhof am Alexanderplatz von M·A·C verzaubern.

 

 
Weltpremiere am 2. September 2010 im FriedrichstadtPalast

Der Show-Tornado nimmt unaufhaltsam Kurs auf Berlin. Mit "Yma - zu schön, um wahr zu sein" feiert der FriedrichstadtPalast in zwei Tagen die wohl bedeutendste europäische Show-Premiere des Jahres und das Interesse des Publikums ist enorm: "Wir haben jetzt schon über 110.000 Tickets verkauft", freut sich Dr. Berndt Schmidt, Intendant des FriedrichstadtPalastes und Produzent der neuen Show. "Wir merken, dass jeder mit Spannung erwartet, was im FriedrichstadtPalast gezeigt wird", so Schmidt.

Auch bei den Prominenten ist das Interesse groß. Neben zahlreichen Mitgliedern des Deutschen Bundestages, vielen Exzellenzen der Botschaften in Berlin und Berliner Senatoren haben nach jetzigem Stand ihr Kommen unter anderem ebenfalls zugesagt (in alphabetischer Reihenfolge): Wolfgang Bahro, Inka Bause, Senatorin Carola Bluhm, Caroline Beil, Ullrich Deppendorf, Jenny Elvers-Elbertzhagen, Kim Fisher, Ulrike Frank, Dagmar Frederic, Jil Funke, Thomas Hermanns, Andrej Hermlin, Isabell Horn, Wolfgang Kohlhaase, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Maja Maneiro, Kristin Meyer, Ulrich Meyer, Michael Michalsky, Dr. Brigitte Mohn, der Präsident des Abgeordnetenhauses Walter Momper, Nana, Carmen Nebel, Natascha Ochsenknecht, Anouschka Renzi, Katja Riemann, Kulturstaatssekretär André Schmitz, Susan Sideropoulos, Susanne Uhlen und der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit.

Knapp 600 Menschen haben an dieser Mega-Produktion auf der größten Theaterbühne der Welt mitgearbeitet. Allein jedes Girlreihen-Kostüm wurde in Handarbeit mit circa 200 Glitzersteinen bestickt. Auch das Bühnenbild ist nicht minder beeindruckend: 312.000 LED-Lampen bringen die Bühne zum Strahlen, ein zehn Meter hoher Boxenturm mit fast vier Tonnen Gewicht wird aufgefahren oder auch eine Röhre für Feuerartistik mit einem Durchmesser von acht Metern.

Für den Premierenansturm hat sich der FriedrichstadtPalast gewappnet: Erstmals wird in Kooperation mit "in Das STAR & STYLE Magazin" vom Roten Teppich live ins Internet berichtet. Was auf diesen insgesamt knapp 70 Metern roten Stoffs passiert, können Sie am Premierenabend auf der Website des FriedrichstadtPalastes unter www.show-palace.eu und unter www.in-starmagazin.de verfolgen.

Fotos: Stephan Gustavus

 
Mit Seegurke und Kolibri: Am Mittwoch eröffnet Meisterkoch Tim Raue sein neues Restaurant in der Rudi-Dutschke-Straße

Vermutlich ist Tim Raue gut beraten, nicht einseitig auf eine Karriere als TV-Koch zu setzen. Die Quoten für „Deutschlands Meisterkoch“ am ersten Sendetag waren alles andere als berauschend, und er selbst betont ja immer wieder, dass er die Rolle als Kochlöffel-Terminator nur angenommen habe, weil er gerade Zeit hatte beim Warten aufs neue Restaurant. Das er nun, teilweise finanziert durch die TV-Einkünfte, am morgigen Mittwoch auch tatsächlich eröffnen will.

Es gab ein paar Probleme auf diesem Weg, doch nun verspricht er, es sei alles gerichtet in den ehemaligen Räumen der Galerie Crone in der Rudi-DutschkeStraße 26, gleich beim Checkpoint Charlie. Obwohl erstmals ganz allein verantwortlich für die finanzielle Seite, gibt er, wie man unter Köchen sagt, ordentlich Gas und knüpft dort an, wo er im „Ma“ aufgehört hatte. Die kühle Küche des spanischen Herstellers Garcia Casademont ist die Voraussetzung, und in ihr wird beispielsweise ein großes Menü gekocht, das weltstädtische 148 Euro kostet und wie bisher mit allem gespickt ist, was die asiatisch inspirierte Küche des 36-jährigen Meisters ausmacht.

„Wer will, was er muss, ist frei“ lautet sein knappes Lebensmotto, und so ist er so frei, Seegurke und Abalone und Schweinekinn und feinstes Rindfleisch zu servieren, verarbeitet mit japanischem Qualitätsanspruch, thailändischer Aromatik und chinesischer Technik. An seiner Seite steht sein langjähriger Mitstreiter Steve Karlsch, und auch Restaurantleiter Andre Macionga kommt aus dem „Ma“; schließlich ist davon auszugehen, dass sich auch Marie-Anne Raue als Gastgeberin wieder mehr entfalten wird.

Das Restaurant selbst heißt schlicht „Restaurant Tim Raue“, über die Website flattert ein stilisierter Kolibri, der für Leichtigkeit und Freiheit stehen soll. Der quadratische Raum ist schlicht gestaltet ohne den MA-Luxus, und bietet 42 Plätze, dazu weitere zehn an einem „Krug Table“ direkt vor der verglasten Küche. Dazu gibt es noch allerhand Raum hinter der breiten Nussbaum-Treppe im Untergeschoss, wo eine Mischung aus Bar und Kochschule entstanden ist, in der auch kleinere Gruppen separat essen können.

Restaurant Tim Raue, Rudi-DutschkeStraße 26, Kreuzberg, Di–Sa 12–14 und 19–22 Uhr, Tel. 25937930

Der Tagesspiegel, [31.08.2010]

 
Falk Walter gibt nicht auf: Der Betreiber des Admiralspalasts will das Traditionshaus mit einem Vermittler aus Senatskreisen oder der Handelskammer retten

Eine Dreiviertelstunde hat Falk Walter monologisiert, dann schiebt ihm seine Pressereferentin einen Zettel hin: "Bitte nicht abschweifen." Der Chef des Admiralspalastes ist aber nicht zu bremsen. Nach Monaten des Schweigens soll endlich die Wahrheit über das Geschachere an der Friedrichstraße ans Licht. Und die ist nun mal sehr vielschichtig.

Die Betreibergesellschaft des Admiralspalastes, deren Geschäftsführer Falk Walter ist, befindet sich in der vorläufigen Insolvenz. Die Miete für das Haus, mit 1,7 Millionen Euro im Jahr ziemlich hoch, konnte durch die Einnahmen nicht erwirtschaftet werden. Bis zum November soll nun geklärt werden, ob der Bühnen- und Barbetrieb fortbestehen kann. Zuvor hatten die Eigentümer des Admiralspalastes der Betreibergesellschaft fristlos gekündigt und einen gerichtlichen Räumungsbefehl zum 22. September erwirkt. Diese „Vollstreckungsmaßnahme“ sei durch das Insolvenzverfahren aber eingestellt worden, erklärte Udo Feser, vorläufiger Insolvenzverwalter.

Die Eigentümer, zu denen in Doppelfunktion Falk Walter selbst gehört, sind bereits seit Jahren heftig zerstritten. Walter möchte das Haus nach seinen Vorstellungen ausbauen, die Mehrheit der Eigentümer setzt dagegen auf externe Investoren. Sie werfen Walter vor, das Potenzial des Hauses nicht auszuschöpfen und dadurch auf erhebliche Einnahmen zu verzichten. Konkret geht es um das Admiralsbad, das ursprünglich eines der Hauptattraktionen sein sollte, bis heute aber nur als Architektenskizze existiert. Auch der große Klub im Keller blieb im Rohbau stecken.
2005 war die Welt noch in Ordnung. Die Eigentümer, acht Freunde aus der Berliner Kulturszene, darunter Falk Walter selbst, hatten das ehemalige Metropol-Theater vom Land für eine Million Euro erworben. Damals jubelte das Feuilleton, denn dem denkmalgeschützten Juwel drohte der Abriss. Nur ein genialer Kuturvermarkter wie Falk Walter schien dem maroden Theaterbau wieder Leben einhauchen zu können. Heute spricht Walter von einer „gemeinschaftlichen Fehleinschätzung“.

Die Eigentümer steckten mehr als 15 Millionen Euro in die Sanierung, daraus ergab sich ein jährlicher Finanzbedarf für Zins und Tilgung der Kredite von rund 1,7 Millionen Euro. So viel Geld musste der Hauptmieter Falk Walter also erwirtschaften, was sich bald als unmöglich erwies. 2008 riss einigen Eigentümern der Geduldsfaden. Sie forderten Walter zur Zahlung ausstehender Mieten auf. Der revanchierte sich mit Rechnungen für eigene Bauleistungen.

Walter unterstellt der Mehrheit der Eigentümer inzwischen spekulative Absichten. Sie wollten ihn herausdrängen, um das Gebäude als Edelimmobilie vermarkten zu können, beispielsweise als Kongresshotel. „Dann wäre das Haus 50 Millionen Euro wert.“ 2015 werde die im Kaufvertrag festgehaltene Klausel einer kulturellen Nutzung auslaufen. „Das ist hanebüchen“, erwidert Hans Christian Steinmüller, Sprecher der Eigentümer. „Das Haus steht unter Denkmalschutz. Da kann man kein Kongresszentrum draus machen.“ Durchaus möglich sei aber die Vermietung einzelner Etagen als Bürofläche. Das habe Walter bisher blockiert.

Der Senat verfolgt das Geschehene aus der Ferne. „Bisher gab es keine Anfragen an uns“, sagt Kulturstaatssekretär André Schmitz. Eine Vermittlerrolle könne er sich vorstellen, öffentliche Zuschüsse eher nicht. Falk Walter habe „eine gute Arbeit geleistet“. Und: „Es gibt ein klares Bekenntnis zum Kulturstandort Admiralspalast.“

Der Tagesspiegel, [30.08.2010]

 
The Art of Tolerance in Helsinki

Vom 01. September bis zum 26. Oktober 2010 werden die United Buddy Bears erstmals in Nordeuropa zu Gast sein: Helsinki, Finnland, ist die 20. Station der Welttournee.

Die Ausstellung wird von der Deutschen Botschaft, der Buddy Bär Berlin GmbH und dem Goethe-Institut Finnland mit Unterstützung der Stadt Helsinki und DB Schenker veranstaltet. Die Schirmherrschaft trägt der Oberbürgermeister von Helsinki, Jussi Pajunen.

Feierliche Eröffnung

Am 01. September 2010 wird die Ausstellung feierlich durch Jussi Pajunen (Oberbürgermeister von Helsinki und Schirmherr der Ausstellung), Dr. Peter Scholz ( Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Finnland), Göran Aberg (DB Schenker OY), Christine Haderthauer (Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen ) sowie Eva und Dr. Klaus Herlitz (Initiatoren des Projektes) um 16.00 Uhr auf dem Senatsplatz (Senaatintori) in Helsinki eröffnet.

Unter den rund 1.000 erwarteten Gästen werden neben Botschaftern, Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur auch zahlreiche Journalisten sein.

Fotowettbewerb: United Buddy Bears und visitBerlin.de prämieren das schönste Ausstellungsfoto

Während der Ausstellung findet ein Fotowettbewerb statt, bei dem das originellste auf dem Senatsplatz gemachte Bild mit einer Berlin-Reise für zwei Personen prämiert wird. Die Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb finden sich unter der Webanschrift www.ubb-helsinki.com.

 
Bis zum Frühjahr will die Bahn die letzten freien Flächen in den Bügelbauten des Hauptbahnhofes vermietet haben

Fünf Jahre nach der Eröffnung soll der Hauptbahnhof im nächsten Frühjahr komplett sein. Dann sollen auch die letzten Flächen in den zwei sogenannten Bügelbauten, die die Ost-West-Gleise überspannen, vermietet sein, wie die Bahn am Montag ankündigte. Den Einzug der eigenen Mitarbeiter will der Konzern bis zum Jahresende abgeschlossen haben. Die Bahn nutzt drei Viertel der Flächen, der Rest wird vermietet. Hierzu gebe es „gute Gespräche“, heißt es bei der Bahn.

Ursprünglich hatte der Konzern geplant, die 46 000 Quadratmeter in den Bügelbauten komplett zu vermieten. Büros und Hotels waren vorgesehen. Doch Interessenten, die in die teuren Gebäude – die Bügelbauten haben rund 200 Millionen Euro gekostet – einziehen sollten, fanden sich nicht. Hotels gibt es stattdessen rund um den Hauptbahnhof. Das erste auf der Südseite ist bereits eröffnet, ein zweites ist in Bau, und ein dritter Komplex direkt auf der Nordseite des Glaspalastes ist geplant.

Weil sich keine Mieter für die Flächen in den Bügelbauten finden ließen, entschloss sich die Bahn, selbst einzuziehen. Damit ließ sie sich aber Zeit; der Innenausbau begann erst Jahre nach der Inbetriebnahme des Bahnhofs, der Ende Mai 2006 eröffnet wurde. Denn auch nach der Entscheidung gab es ein langes Hin und Her, bis klar war, welche Bereiche am Hauptbahnhof residieren sollten.

Selbst als Sitz der Zentrale waren die Bügelbauten im Gespräch; dann wieder wurde erwogen, für den Vorstand ein neues würfelförmiges Gebäude auf dem südlichen Washingtonplatz zu errichten. Doch schließlich entschied sich der Konzern, seine Zentrale doch im gläsernen Hochhaus am Potsdamer Platz zu belassen; der Mietvertrag konnte zu vergünstigten Konditionen verlängert werden.

In die repräsentativen Bügelbauten am Hauptbahnhof dürfen nun vorwiegend die Mitarbeiter des Bereichs Station und Service einziehen, die deutschlandweit die Bahnhöfe betreuen. Zu den ersten Nutzern gehört auch die Bundespolizei, deren Inspektion Berlin-Hauptbahnhof nun auch dort residiert. Am Montag wurden offiziell die Schlüssel übergeben. Zuvor waren die rund 25 Führungskräfte der Inspektion mehr schlecht als recht am Bahnhof Zoo untergebracht.

Die Bundespolizeiinspektion Berlin-Hauptbahnhof betreut nicht nur rund 180 Bahnhöfe und Gleisanlagen in Berlin und Brandenburg. Sie ist auch für die sogenannten Sonderlagen zuständig, zu denen Staatsbesuche im benachbarten Regierungsviertel ebenso gehören wie Veranstaltungen im Olympiastadion oder Demonstrationen in Bahnhofsnähe.

Der Hauptbahnhof wird einer der drei Standorte, auf die die Bahn sich in Berlin konzentrieren will. Neben dem Bahn-Tower am Potsdamer Platz gehört dazu noch das Quartier am Nordbahnhof. Dort sitzen bereits rund 2400 Mitarbeiter; ein weiterer Komplex für 1300 Mitarbeiter soll im Dezember bezogen werden. Begeistert sind die meisten Mitarbeiter davon nicht, weil sie dort fast nur Großraumbüros vorfinden werden, während es im Hauptbahnhof auch kleine Einheiten gibt – mit Blick auf den Bahnbetrieb.

Der Tagesspiegel, [31.08.2010]

 

 
Neu in den Galeries Lafayette

Die Galeries Lafayette Berlin präsentieren den neuen Shop-in-Shop von MICHAEL KORS, die exklusiv in Deutschland erhältliche Marke MAJE und das exklusiv in Berlin erhältliche Label CLAUDIE PIERLOT. "Durch die Umgestaltung der Damenabteilung verstärken wir unser Alleinstellungsmerkmal als Haus, in dem es exklusive Produkte gibt, die man sonst nirgendwo oder sehr selten kaufen kann", betont Alexandre Liot, Geschäftsleiter der Galeries Lafayette Berlin.

Zielgruppe ist die modische Frau, die sich allerdings keinem Modediktat unterwirft. Sie hat ihren eigenen Stil und kombiniert ihren Look so, wie sie will. Ergebnis ist ein "Mix and Match" aus verschiedenen Marken und Preisstilen und markanten Einzelteilen. Diese Mode-affine Frau kommt nicht im Anzug ins Büro, sondern setzt auf legere bequeme Bekleidung." Dieser ‚New-Womenswear Typ‘ entspricht einer wachsenden Zielgruppe unseres Hauses.", so Alexandre Liot.

MICHAEL KORS- die "READY TO WEAR" Kollektion in den Galeries Lafayette

Sein Name ist ein Inbegriff für "sportliche Eleganz" und eines der führenden Unternehmen auf dem amerikanischen Markt für Luxussportswear. Nun eröffnet Michael Kors in den Galeries Lafayette Berlin den Shop-in-Shop für Damenbekleidung im 2. Obergeschoss des Hauses. Statt sich den aktuellen Trends anzupassen, verlässt sich der New Yorker Designer auf zeitlosen Chic, der gleichzeitig elegant und einfach ist.

Auch in der Herbst/ Winter Saison dreht sich alles um die Rückkehr zu den echten Klassikern, die man einmal kauft und sich dann ein Leben lang daran erfreuen kann. Der perfekte Wildleder Stiefel, eine schwerelose Jacke, weiche Wolle und Jersey in verschiedensten Braun- und Karamellfarben in Allerhöchster Qualität. Der perfekte Look für den Alltag, aber auch echte Luxusstücke mit Pelz.

CLAUDIE PIERLOT- exklusiv in Berlin

Die Designerin Claudie Pierlot gründete ihr Label in den 80er Jahren in Paris. In Ihren Designs spielt sie mit der französischen Tradition, interpretiert diese jedoch mit modernem Twist. Die Entwürfe sind très chic, elegant und typisch französisch. Klare, simple Formen geschmückt mit kleinen Details, wie Knoten oder Punkten machen ihre Kollektionen interessant und faszinierend. Die aktuelle Herbst/ Winter Kollektion von Claudie Pierlot ist in drei Themen unterteilt: Klassische zeitlose Mode, Schwarz-Weiß und der schicke Stil "à la francaise".

MAJE- Shop-in-Shop exklusiv in Deutschland bei Galeries Lafayette

Maje ist eine junge französische Marke, gegründet von Judith Milgrom. Die kreativen Kollektionen sind bestückt mit kleinen Details und originellen Prints. Judith Milgrom kombiniert interessante Stoffe zu raffinierten Schnitten. Maje hat einen sehr femininen französischen Stil. Die Designerin kreiert eine Mix aus Romantik und Rock in Naturfarben, wie Sand, Khaki und Rose kombiniert mit schwarzen Lederröcken.

In ihrer aktuellen Herbst/ Winter Kollektion werden warme Farben, wie Flammenrot, Camel und Schokoladen-Tönen mit Leopardenmuster kombiniert. Verarbeitet sind die Kollektionen mit noblen Stoffen, wie Felle, Leder, Flanelle oder Velours.

 
Der Admiralspalast in der Friedrichstraße steht vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Das Traditionshaus in der Friedrichstraße gab am Freitag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bekannt. Der Schritt sei für die Sicherung des Geschäftsbetriebes unausweichlich gewesen, hieß es. Am kommenden Montag will der Geschäftsführer Falk Walter näher über die Situation des Hauses informieren.

Die Zahlungsschwierigkeiten des Admiralpalasts wurden bereits im vergangenen Jahr öffentlich. Anfang 2009 wurden dem früheren Schauspieler und Ideenproduzent Walter, der seit Mitte der neunziger Jahre zu den profilierten Kulturmanagern Berlins gehört, 1,4 Millionen Euro Mietschulden erlassen.

Am Jahresende kam es wegen Mietrückständen in sechsstelliger Höhe zum Streit zwischen den Gesellschaftern der Admiralspalast Berlin GmbH & Co. KG. Zwischenzeitlich wurde dem Generalmieter Walter sogar mit der Kündigung des Vertrags für das Traditionshaus an der Friedrichstraße gedroht.

Der Tagesspiegel, [27.08.2010]

 

 
Eine knappe Woche noch, dann feiert "Yma" im Friedrichstadtpalast Premiere

Die Girlreihe trägt jetzt PVC. Schillernde Gürtel aus reflektierender Folie, die ständig ihre Farben wechseln, je nachdem, aus welchem Winkel man gerade draufschaut. Und wasserfest sind sie auch. Müssen sie sein.

Eine knappe Woche noch, dann feiert „Yma“ im Friedrichstadtpalast Premiere. Mit einem Budget von acht Millionen Euro ist sie die teuerste und aufwendigste Revue in der Geschichte des Hauses, heißt es. Womöglich auch die glamouröseste. Designer Michael Michalsky hat alle Kostüme entworfen, viele paillettenverziert, irisierend, mit Corsagen oder angedeuteten Engelsflügeln, andere erinnern an Gladiatoren-Outfits.

In den vergangenen Wochen war der 43-Jährige immer wieder zu Besuch, nahm den Bühneneingang hinten in der Kalkscheunenstraße, ist die Treppen rauf in den dritten Stock, erst links bis zum Knick und dann rechts den Gang runter, ganz durch bis zum Raum 335. Hier hat Anja Diefenbach ihr Büro, die Kostümdirektorin des Palasts. Ihre Aufgabe war, Michalskys Ideen in den hauseigenen Werkstätten umzusetzen, die gelieferten Entwürfe bühnentauglich zu machen. Denn deren Träger müssen nicht nur gut darin aussehen, sondern auch tanzen, turnen, an Seilen hangeln oder auf Trampolins springen. Bereits im Februar suchte Diefenbach nach geeigneten Stoffen, im März lieferte Michalsky seine ersten Entwürfe ab. Natürlich ist er auch bei den Anproben dabei, nimmt jedes der 500 Kostüme einzeln ab. Zum Beispiel das Kleid aus Position 33, der Schluss-Szene, es ist aus schwarzer Nylongaze, Tänzerin Dorothea steckt drin. „Sehr schön“, sagt er, „so hab ich mir das vorgestellt“. Bloß der dunkle Nietengürtel muss noch fixiert werden, der hängt ein bisschen. Und bei der strohblonden Perücke müsse man aufpassen, dass die „nicht zu heidimäßig“ rüberkomme. Doch Michalsky hat eine Idee, lässt Dorothea einfach mehrere Reihen Strass ins Kunsthaar stecken. „Hier oben eine und da zwei und unten am besten gleich drei.“ Mit Strass verhält es sich bei Michalsky so: Wenn man glaubt, mehr geht gar nicht, ist es noch lange nicht genug. Einen hohen Glamfaktor attestiert Anja Diefenbach seinen Kreationen. Inspirieren ließ er sich von Cher und Lady Gaga, aber auch von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett aus den zwanziger Jahren. Michalsky sagt, er konnte sich endlich mal austoben. Konnte wagen, was die Kollektionen seines eigenen Labels sprengen würde. Bei denen orientiert sich Michalsky nämlich an der Tragbarkeit auf der Straße – riesige Alienhüte und Lederhosen, bei denen falschrum eingenähte BH-Einlagen die Pobacken ausformen, sind dort undenkbar.

Eines sollten seine Entwürfe bitte schön nicht sein: erwartbar. „Klassisch haben wir draußen vor der Tür gelassen“, sagt er, nein singt er, und alle im Raum müssen grinsen. Das sind die Momente, in denen man nicht weiß, ob Michael Michalsky gerade eine Rolle spielt oder sich köstlich amüsiert über die Umstehenden, die glauben, dass er gerade eine Rolle spielt.

Michalsky war nicht immer Revue-Fan. Er hatte auch seine Vorurteile. Zum Beispiel, dass Revuen für ältere Leute gemacht werden. Aber dann veranstaltete er selbst zwei Mal seine „Style Night“ im Rahmen der Fashion Week im Friedrichstadtpalast, begeisterte sich für die riesige Bühne und die Möglichkeiten, die sich hier bieten. Für raumgreifende Choreografien, für aufregende Kulissen und Lichtshows. Sieht man genau hin, ist Michalskys Engagement eigentlich keine Sensation, sondern ein sinniger Schachzug in der Entwicklung des Hauses. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich das vormals pleitebedrohte Revuetheater aus der Krise gespielt und einen spektakulären Imagewandel vollzogen. Großen Anteil daran hat Intendant Berndt Schmidt, der mit der Fantastshow „Qi“ auf eine forschere Form der Revue setzte. Verkaufte Karten im Wert von 17 Millionen Euro haben ihm im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord gebracht. „Yma“ soll daran anknüpfen.

Über die Handlung ist noch wenig bekannt. „Wird ’ne Überraschung“, sagt Michalsky. Überhaupt ist er darauf bedacht, nie mehr als nötig zu verraten. Die Perücken in der Tango-Szene zum Beispiel, die seien die allerbesten. Wie denn genau? „Sag ich nicht.“ Anja Diefenbach ist da auskunftsfreudiger. Führt durch die Kostümabteilung, 42 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, zeigt Stirnbänder aus einem Kunststoff, mit dem man sonst Taucheranzüge anfertigt, dazu übergroße, goldene Reißverschlüsse, die sie in einem Laden in Soho aufgetan hat. In „Yma“ werden sie zur Hutverzierung. Es gibt eine Mappe im dritten Stock, die Anja Diefenbach nur „unsere Bibel“ nennt. „Die ist absolut holy.“ In ihr werden die Entwürfe aller Kostüme aufbewahrt, und wer drin blättert, kann erahnen, wie komplex die Kunst der Kostümschneiderei ist, wie stark sich die Entwürfe im Laufe der Wochen immer wieder verändert haben. Die Tänzerinnen der Girlreihe sollten ursprünglich Handschuhe und Hüte tragen. Und auch bei den High Heels mussten sie Kompromisse machen. Michalsky liebt High Heels. „14 Zentimeter find ich gut“, sagt er. Aber wer damit turnt, bricht sich Beine. Jetzt sind es immerhin acht.

Friedrichstadtpalast, ab 2. September, Karten 17-104 Euro, Tel. 23 26 23 26.

Der Tagesspiegel, [27.08.2010]; Fotos: Stephan Gustavus

 
In den Kellern der früheren Befehlszentralen von Gestapo und SS ist die Geschichte mit Händen zu greifen

An der einstigen Berliner Mauer auf dem früheren Gelände der NS-Terrorzentrale wird die Schau über die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus an diesem Mittwoch wieder eröffnet. Das langjährige Provisorium in den Kellerruinen des Prinz Albrecht Palais' hatten seit 1987 mehr als zwei Millionen Menschen besucht.

Die Ausstellung ergänzt das im Mai eröffnete Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Auf 77 Tafeln wird Berlin präsentiert - von Hitlers Machtergreifung 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und den Folgen mit der Teilung der Stadt. „Berlin 1933-1945. Zwischen Propaganda und Terror“ - unter diesem Titel zeichnet die Ausstellung den Weg der Stadt von der linken Hochburg zur Hauptstadt des Dritten Reichs nach.

Auch 65 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft habe es bisher noch keine Gesamtdarstellung zur Geschichte Berlins der NS-Zeit gegeben, sagte der Direktor der Dokumentationszentrums, Andreas Nachama. Durch die Zersplitterung wichtiger Aktenbestände wegen der Teilung der Stadt seien lange Zeit wichtige Dokumente nicht zugänglich gewesen.

Der Historiker gehörte zu den Gründern der Bürgerinitiative, die 1987 das Gelände als provisorischen Informationsort erschlossen hatte. In dem Provisorium im Kellergraben wurde auf Holztafeln das gesamte NS-Terrorsystem dargestellt. Diese Ausstellung ist jetzt in dem am 8. Mai eröffneten Dokumentationszentrum zu sehen.

„Es ist ein Traum, die Wilhelmstraße gehört uns“, schrieb der Berliner NSDAP-Gauleiter Joseph Goebbels am 30. Januar 1933 in sein Tagebuch. Den Nationalsozialisten war es gelungen, im „roten“ Berlin Fuß zu fassen und die Stadt zum politischen Zentrum ihrer Herrschaft auszubauen. Hier hatten nicht nur alle Ministerien ihren Sitz, hier etablierten die Nazis später auch die wichtigsten Terrorbehörden. In der Reichshauptstadt entstanden auch die Pläne zur Eroberung eines „Weltreiches“: Berlin sollte zur „Welthauptstadt Germania“ ausgebaut werden.

Der Tagesspiegel, [24.08.2010]

 
Am 28. August 2010 von 18.00 bis 2.00 Uhr

Wie jedes Jahr findet Ende August einer der unerlässlichen Programmpunkte des Berliner Kultursommers statt: die Lange Nacht der Museen. 92 Häuser nehmen in diesem Sommer teil, darunter auch die großen Museen auf der Museumsinsel, am Kulturforum und in Dahlem.

Die Lange Nacht der Museen hat diesmal einen thematischen Schwerpunkt bei den Unabhängigkeits-bewegungen in Lateinamerika, die vor 200 Jahren begannen und letztlich zur Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft führten. Unter dem Begriff "Bicentenario" wird in Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, El Salvador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Uruguay und Venezuela durchaus kontrovers der Ereignisse um 1809-11 gedacht, als die damaligen Kolonien aufbegehrten. Das Jubiläum der Gründung der meisten lateinamerikanischen Republiken hat etliche Berliner Museen und Institutionen zu Ausstellungen und Programmen inspiriert, die die gesellschaftlichen und künstlerischen Verhältnisse auf dem Kontinent reflektieren. Zum Beispiel präsentiert das Iberoamerikanische Institut die Ausstellung „Santos Chávez - poetischer Realismus. Grafiken aus Chile“ und Filme wie "Von Feuerland nach Tijuana" oder "El abrazo partido". Das DHM lädt zur Themenführung „Entdecker, Sklaven, Freiheitskämpfer - Europa und Südamerika von der Conquista bis zur Unabhängigkeit“ ein. Im Roten Rathaus gibt es zudem eine zentrale Ausstellung mit Beiträgen aus den Museen der beteiligten Länder sowie mit Musik und Kulinarischem aus dieser Region.

Ein reiches Angebot mit Führungen, Performances, Sonderausstellungen  und musikalisch-literarischen Darbietungen ergänzt wie gewohnt die Dauerausstellungen in allen beteiligten Häusern.

Eine Premiere ist die Einbindung der 10. Langen Nacht der Synagogen. Erstmals können während der Langen Nacht der Museen sechs Berliner Synagogen besichtigt werden – eine Idee, die gemeinsam mit den Jüdischen Kulturtagen zum Jubiläum entwickelt wurde und die schon im Vorfeld auf großes Interesse stößt. Mit dabei: Synagoge Fraenkelufer, Synagoge Le Dor we Dor, Synagoge Joachimstaler Straße, Neue Synagoge Oranienburger Straße, Centrum Judaicum, Synagoge Tiferet Israel. Neben Führungen durch die Synagogen erleben die Besucher u. a. liturgische Gebetsgesänge, Erläuterungen zum Schabbat und einen Trialog mit Vertretern des Judentums, des Christentums und des Islam.

Lustgarten vor dem Alten Museum

Hier eröffnet der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit um 18.00 Uhr die Lange Nacht der Museen gemeinsam mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Herrmann Parzinger, dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Hans Ottomeyer, und der Dompredigerin Petra Zimmermann. Am Lustgarten können sich die Besucher in letzter Minute über das Programm informieren und Tickets kaufen. Hier ist auch der zentrale Umsteigeplatz für die Shuttle-Busse, die auf sieben Routen die beteiligten Museen verbinden. Die BSR zeigt mit der Kunstaktion „Die Neue Haltestelle am Lustgarten“, dass Sperrmüll wertvolles Recyclingmaterial ist. Ein besonderer Höhepunkt wird der mitternächtliche Auftritt der "Correfocs", katalanische Feuertänzer aus Argentona – zum ersten Mal in Berlin zu erleben!

 
Veranstaltung im Automobil Forum Unter den Linden

Fachberater des ADAC laden am 04. und 05. September Eltern und Kinder ein, sich im Berliner Automobil Forum Unter den Linden, Unter den Linden 21 (Ecke Friedrichstraße), von je 10:00 bis 20:00 Uhr über Autokindersitze zu informieren und diese auszuprobieren. Die Veranstaltung ist der Auftakt einer bundesweiten Gemeinschaftsaktion von ADAC und Volkswagen unter dem Motto "Sicher im Auto".

 
Die S-Bahn wird ihren Normalbetrieb nicht wie geplant im Dezember wieder aufnehmen können - die Reparaturen gehen zu langsam voran

Fahrgäste der S-Bahn müssen sich darauf einstellen, dass der Normalbetrieb noch länger ans bisher angenommen auf sich warten lässt. Nach Tagesspiegel-Informationen haben Berechnungen der S-Bahn ergeben, dass das Ziel, im Dezember auf allen Linien wieder zum normalen Fahrplan zurückzukehren, sich nicht erfüllen lässt. Eine Stellungnahme des Unternehmens gab es bis Redaktionsschluss nicht.

Um wieder auf allen Linien fahren zu können, müssen nach Angaben der S-Bahn 501 der vorhandenen 630 Doppelwagen einsetzbar sein. Interne Untersuchungen haben nach Tagesspiegel–Informationen aber gezeigt, dass nicht mehr als 420 dieser sogenannten Viertelzüge auf die Gleise geschickt werden können. Mehr schaffen die Werkstätten nicht, obwohl die Kapazitäten erweitert und Anfang des Jahres auch die 2006 geschlossene Werkstatt Friedrichsfelde wieder den Betrieb aufgenommen hat.

Nach dem Bruch eines Rades und festgestellten Rissen in Achsen müssen die vorhandenen Fahrzeuge auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes so häufig zu Kontrollen in die Werkstatt, dass ein Großteil der Fahrzeugflotte ständig blockiert ist. Die Fristen sind zum Teil so knapp, dass es der S-Bahn bisher nicht gelungen ist, die nur vorübergehend abgestellten Fahrzeuge der Baureihe 485, die noch in der DDR entwickelt worden sind, wie geplant wieder rollen zu lassen. Statt 15 Doppelwagen sind meist nur vier im Einsatz.

So hat die S-Bahn auch ihr Zwischenziel nicht erreicht, derzeit täglich 416 Doppelwagen einzusetzen.In den vergangenen Tagen waren es stets weniger. Selbst zum ersten Fußballspiel von Hertha BSC am Freitagabend, als 40 000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet und mehr als 48 000 gekommen waren, musste sie einen geplanten Sonderverkehr kurzfristig abblasen, weil es zu wenig einsatzfähige Fahrzeuge gab.

Nach Tagesspiegel-Informationen sucht die Geschäftsführung nach Zwischenlösungen, zu denen auch der Bau einer Container-Werkstatt gehören könnte. Doch wie bei allen Entscheidungen, die Geld kosten, muss hier auch der Konzern zustimmen. Entspannen soll sich die Lage erst im nächsten Jahr, wenn die bestellten neuen Achsen und Räder geliefert sind und eingebaut werden können. Bei nicht erbrachten Leistungen kürzt der Senat seine Zuschüsse an die S-Bahn. Der im Juni nachverhandelte Vertrag, der weitere Sanktionsmöglichkeiten vorsieht, ist allerdings, wie berichtet, immer noch nicht unterschrieben.

Derzeit fallen die Linien S 45 (Schönefeld–Südkreuz) und S 85 (Waidmannslust–Grünau) weiter aus; auf der S 25 entfällt der Zehn-Minuten-Takt zwischen Teltow und Potsdamer Platz/Gesundbrunnen, der auch auf der S 1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz nicht angeboten wird. Und selbst wenn die S-Bahn wieder nach Fahrplan unterwegs ist, wird es noch mindestens bis Dezember 2011 dauern, ehe die Züge auch wieder mit der vorgesehenen Wagenzahl fahren.

Der Tagesspiegel, [23.08.2010]

 
Mehrere Tausend vorwiegend junge Menschen haben am Samstag in Berlin an der sogenannten Fuckparade teilgenommen

Nach Angaben der Veranstalter zogen rund 4000 Menschen durch Berlin. Die Demonstration für Subkultur begann am frühen Nachmittag am Leipziger Platz und sollte über den Alexanderplatz und die Stralauer Straße zum Frankfurter Tor ziehen. Ziel der rund zehn Kilometer langen Strecke war der RAW-Tempel in der Revaler Straße in Friedrichshain. Nach Polizeiangaben verlief die Veranstaltung bis zum Nachmittag friedlich.

Gemeinsam mit dem Gründer der Loveparade, Dr. Motte, hatten die Teilnehmer des Umzugs zum Auftakt eine Schweigeminute für die Opfer der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) eingelegt, bei der 21 Menschen ums Leben kamen.

Die Fuckparade gibt es seit 1997. Damals hieß sie noch Hateparade und verstand sich als Gegenveranstaltung zur Loveparade, die 2006 das letzte Mal in Berlin stattfand. Die Organisatoren der Fuckparade bezeichnen sich selbst als „Interessenverbund politisch und subkulturell aktiver Künstler und Gruppierungen der unterschiedlichsten Musik- und Kunstszenen“.

Der Tagesspiegel, [21.08.2010]