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News aus der Region News Berlin www.friedrichstrasse.de
Abschied vom Pergamonaltar
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.
Abschied vom Pergamonaltar
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert.
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.

Der Tagesspiegel, [28.09.2014]

 
Jetzt Mall ehrlich
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen.
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen. Die meisten anderen Besucher der neuen „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz gehörten eher zu den Schaulustigen, die ein paar ziellose, aber unterhaltsame und durchaus entspannte Stunden im Shopping-Tempel verbrachten.

Denn dort ging es zumindest am ersten Vormittag überraschend ruhig zu. Exakt um zehn Uhr hatte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek die massive Schere gepackt, angereicht auf einem Samtkissen von drei professionell lächelnden, in roten, schulterfreien Abendkleidern bibbernden Grazien.

Dann säbelte er los, schön langsam, damit die Fotografen auch was zu fotografieren hatten, und der Weg war frei. Doch die großzügig eingeteilten Sicherheitskräfte hatten nichts zu tun, die Menge wartete zunächst diszipliniert in der Distanz, und nach nicht einmal einer Minute waren schätzungsweise fünfhundert überwiegend recht junge Neugierige im Inneren verschwunden, wo es dann alsbald aussah wie in einem normalen, gut besuchten Einkaufszentrum, kein Gedränge, keine Wühltischatmosphäre, keine Schnäppchenjagd.

Denn umsonst gab es nichts, und die Sonderangebote waren entweder sparsam dosiert oder – wie bei Saturn – gleich mit dem Hinweis versehen, dass es sie auch in jedem anderen Markt der Kette gebe. Dennoch war es der Elektromarkt, der seiner Funktion als „Ankermieter“ gerecht wurde und anfangs die meisten Besucher anzog, während sich das Interesse an den edleren Bekleidungs- oder Kosmetikgeschäften zunächst auf die Schaufenster konzentrierte – der Berliner liebt das Vertraute.

Das Adlon der Berliner Einkaufspassagen

Und vertraut ist ihm die neue „Mall“ sicher noch nicht. Sie wirkt – zumindest unten und in der 23 Meter hohen Piazza – großzügig, elegant und durchaus stilvoll gestaltet, sozusagen das Adlon der Berliner Einkaufspassagen, Vorbildern in Singapur oder Dubai durchaus ebenbürtig, jedenfalls, was die Gestaltung angeht. Entsprechend drängt sich auch kein Geschäft mit greller Werbung nach vorn, Rabatte werden, sofern es sie überhaupt gibt, sehr dezent angekündigt. Und die beiden halb nackten Jungs mit Sixpack und Badehose, die neben einem gigantischen Blumentopf ausgerechnet für einen Jeansladen posierten, dürften eher untypisch sein für das hier angepeilte Geschmacksniveau. Nur die immer präsente Musikbeschallung nervt, und da und dort wird wohl auch penetrantes Parfüm in die Ladenluft gepustet.

Das Konzept der Mall ist klar. Im Vordergrund stehen die bekannten und in der Stadt schon lange präsenten Umsatzbringer wie H&M, Peek und Cloppenburg, Saturn, Zara und Sport-Scheck. Im Keller unter ihnen findet die Grundversorgung mit Aldi, Kaiser’s und dm statt, ergänzt um ein paar kleinteilige Einzelhändler sowie den Hertha-Fanshop.

Die Ecke zur Wilhelmstraße hin ist das, was Harald Huth, der Boss, den Premium-Bereich nennt; dort geht es mit Marken wie Boss, Patrizia Pepe, Armani Jeans und Karl Lagerfeld etwas weniger volkstümlich zu. Im ersten Geschoss dominieren die oberen Hälften der großen Geschäfte, ergänzt um Bekleidung mittleren Preisniveaus. Auffällig ist, dass die Schuhgeschäfte durchweg der Billigkategorie angehören, „Clarks“ und „Navyboot“ ausgenommen. Auch Bayern München hält hier Hof. Berlin-Premiere, eine der ganz wenigen, feiert der norddeutsche Bekleidungsspezialist Wormland mit einem großen, modisch cool hergerichteten Shop über zwei Etagen.

Der zweite Stock ist der „Foodcourt“, bietet also Imbisskost in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von McDonald’s über Nordsee bis Thai, durchweg billig und SB. Anspruchsvollere Küche fehlt völlig, genauso wie drunten sämtliche internationalen Imponier-Label – womit viel Luft nach oben bleibt zur Konkurrenz in KaDeWe und Quartier 206.

Am Mittag kam der Hunger. Lange Schlangen vor Falafel und Currywurst, Pizza und Wienerwald-Hähnchen, Leere in eleganten Markenshops. „Praktisch noch nichts verkauft“, sagt eine Mitarbeiterin, „aber das ist normal, die Leute müssen sich erst an uns gewöhnen.“ Dazu ist nun fast pausenlos Gelegenheit, sogar am kommenden Sonntag. Wer nicht am Berlin-Marathon teilnimmt, könnte es also durchaus mit einem Shopping-Marathon versuchen.

Der Tagesspiegel, [26.09.2014]; Simulation: Promo

 
Tacheles für 150 Millionen Euro an Finanzinvestor verkauft
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer.
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer. Nach jahrelangen Querelen verkaufte die Jagdfeld-Gruppe das mehr als 25 000 Quadratmeter große Gelände mit den Gebäuden Friedrichstraße 112a und b und die als ehemaliges Kunsthaus Tacheles bekannten Reste der Friedrichstraßen-Passage an einen internationalen Finanzinvestor: der mit der Perella Weinberg Real Estate (PWRE) verbundenen Fonds will hier nun eine attraktive Neubebauung mit verschiedenen Nutzungen verwirklichen. Der Kaufpreis für das gesamte Areal soll 150 Millionen Euro betragen haben.

„Wir freuen uns, dass wir das Gelände aus dem Dornröschenschlaf holen und hier ein neues Kapitel beginnen können, um einen weiteren Anziehungspunkt in Berlins Mitte zu schaffen“, sagt Léon Bressler, Managing Partner der PWRE.

Man sei überzeugt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt und wolle einen Teil der Innenstadt aktiv mitgestalten.

PWRE-Sprecherin Claudia Holfert sagte dem Tagesspiegel, man sei bei den Bebauungsplänen für das lange ungenutzte Areal noch ganz am Anfang, gehe aber von einer gemischten Bebauung aus. So sollten unter anderem Wohnungen, Einzelhandelseinrichtungen aber auch Hotels und Bürogebäude entstehen. Für das ehemalige Kunsthaus sei eine kulturelle Nutzung vorgeschrieben und auch geplant.

Das Tacheles ist die letzte große Freifläche in innerstädtischer Toplage in Berlin. Im Herbst vergangenen Jahres war der Verkauf bereits angekündigt worden. Die letzten Künstler hatten das von ihnen im Jahr 1990 besetzte Areal erst im Juni 2012 verlassen, nachdem ein Urteil des Landgerichts sie zur Räumung des Theatersaals und der Galerieräume gezwungen hatte.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]

 

 

 
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.

Der Tagesspiegel, [28.09.2014]

 
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen. Die meisten anderen Besucher der neuen „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz gehörten eher zu den Schaulustigen, die ein paar ziellose, aber unterhaltsame und durchaus entspannte Stunden im Shopping-Tempel verbrachten.

Denn dort ging es zumindest am ersten Vormittag überraschend ruhig zu. Exakt um zehn Uhr hatte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek die massive Schere gepackt, angereicht auf einem Samtkissen von drei professionell lächelnden, in roten, schulterfreien Abendkleidern bibbernden Grazien.

Dann säbelte er los, schön langsam, damit die Fotografen auch was zu fotografieren hatten, und der Weg war frei. Doch die großzügig eingeteilten Sicherheitskräfte hatten nichts zu tun, die Menge wartete zunächst diszipliniert in der Distanz, und nach nicht einmal einer Minute waren schätzungsweise fünfhundert überwiegend recht junge Neugierige im Inneren verschwunden, wo es dann alsbald aussah wie in einem normalen, gut besuchten Einkaufszentrum, kein Gedränge, keine Wühltischatmosphäre, keine Schnäppchenjagd.

Denn umsonst gab es nichts, und die Sonderangebote waren entweder sparsam dosiert oder – wie bei Saturn – gleich mit dem Hinweis versehen, dass es sie auch in jedem anderen Markt der Kette gebe. Dennoch war es der Elektromarkt, der seiner Funktion als „Ankermieter“ gerecht wurde und anfangs die meisten Besucher anzog, während sich das Interesse an den edleren Bekleidungs- oder Kosmetikgeschäften zunächst auf die Schaufenster konzentrierte – der Berliner liebt das Vertraute.

Das Adlon der Berliner Einkaufspassagen

Und vertraut ist ihm die neue „Mall“ sicher noch nicht. Sie wirkt – zumindest unten und in der 23 Meter hohen Piazza – großzügig, elegant und durchaus stilvoll gestaltet, sozusagen das Adlon der Berliner Einkaufspassagen, Vorbildern in Singapur oder Dubai durchaus ebenbürtig, jedenfalls, was die Gestaltung angeht. Entsprechend drängt sich auch kein Geschäft mit greller Werbung nach vorn, Rabatte werden, sofern es sie überhaupt gibt, sehr dezent angekündigt. Und die beiden halb nackten Jungs mit Sixpack und Badehose, die neben einem gigantischen Blumentopf ausgerechnet für einen Jeansladen posierten, dürften eher untypisch sein für das hier angepeilte Geschmacksniveau. Nur die immer präsente Musikbeschallung nervt, und da und dort wird wohl auch penetrantes Parfüm in die Ladenluft gepustet.

Das Konzept der Mall ist klar. Im Vordergrund stehen die bekannten und in der Stadt schon lange präsenten Umsatzbringer wie H&M, Peek und Cloppenburg, Saturn, Zara und Sport-Scheck. Im Keller unter ihnen findet die Grundversorgung mit Aldi, Kaiser’s und dm statt, ergänzt um ein paar kleinteilige Einzelhändler sowie den Hertha-Fanshop.

Die Ecke zur Wilhelmstraße hin ist das, was Harald Huth, der Boss, den Premium-Bereich nennt; dort geht es mit Marken wie Boss, Patrizia Pepe, Armani Jeans und Karl Lagerfeld etwas weniger volkstümlich zu. Im ersten Geschoss dominieren die oberen Hälften der großen Geschäfte, ergänzt um Bekleidung mittleren Preisniveaus. Auffällig ist, dass die Schuhgeschäfte durchweg der Billigkategorie angehören, „Clarks“ und „Navyboot“ ausgenommen. Auch Bayern München hält hier Hof. Berlin-Premiere, eine der ganz wenigen, feiert der norddeutsche Bekleidungsspezialist Wormland mit einem großen, modisch cool hergerichteten Shop über zwei Etagen.

Der zweite Stock ist der „Foodcourt“, bietet also Imbisskost in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von McDonald’s über Nordsee bis Thai, durchweg billig und SB. Anspruchsvollere Küche fehlt völlig, genauso wie drunten sämtliche internationalen Imponier-Label – womit viel Luft nach oben bleibt zur Konkurrenz in KaDeWe und Quartier 206.

Am Mittag kam der Hunger. Lange Schlangen vor Falafel und Currywurst, Pizza und Wienerwald-Hähnchen, Leere in eleganten Markenshops. „Praktisch noch nichts verkauft“, sagt eine Mitarbeiterin, „aber das ist normal, die Leute müssen sich erst an uns gewöhnen.“ Dazu ist nun fast pausenlos Gelegenheit, sogar am kommenden Sonntag. Wer nicht am Berlin-Marathon teilnimmt, könnte es also durchaus mit einem Shopping-Marathon versuchen.

Der Tagesspiegel, [26.09.2014]; Simulation: Promo

 

 
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer. Nach jahrelangen Querelen verkaufte die Jagdfeld-Gruppe das mehr als 25 000 Quadratmeter große Gelände mit den Gebäuden Friedrichstraße 112a und b und die als ehemaliges Kunsthaus Tacheles bekannten Reste der Friedrichstraßen-Passage an einen internationalen Finanzinvestor: der mit der Perella Weinberg Real Estate (PWRE) verbundenen Fonds will hier nun eine attraktive Neubebauung mit verschiedenen Nutzungen verwirklichen. Der Kaufpreis für das gesamte Areal soll 150 Millionen Euro betragen haben.

„Wir freuen uns, dass wir das Gelände aus dem Dornröschenschlaf holen und hier ein neues Kapitel beginnen können, um einen weiteren Anziehungspunkt in Berlins Mitte zu schaffen“, sagt Léon Bressler, Managing Partner der PWRE.

Man sei überzeugt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt und wolle einen Teil der Innenstadt aktiv mitgestalten.

PWRE-Sprecherin Claudia Holfert sagte dem Tagesspiegel, man sei bei den Bebauungsplänen für das lange ungenutzte Areal noch ganz am Anfang, gehe aber von einer gemischten Bebauung aus. So sollten unter anderem Wohnungen, Einzelhandelseinrichtungen aber auch Hotels und Bürogebäude entstehen. Für das ehemalige Kunsthaus sei eine kulturelle Nutzung vorgeschrieben und auch geplant.

Das Tacheles ist die letzte große Freifläche in innerstädtischer Toplage in Berlin. Im Herbst vergangenen Jahres war der Verkauf bereits angekündigt worden. Die letzten Künstler hatten das von ihnen im Jahr 1990 besetzte Areal erst im Juni 2012 verlassen, nachdem ein Urteil des Landgerichts sie zur Räumung des Theatersaals und der Galerieräume gezwungen hatte.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]

 
Promotion im Oktober Mövenpick Hotel Berlin

Der Oktober steht ganz im Zeichen der "Ostalgie". Wir lassen im Hof zwei die beliebtesten Klassiker der DDR-Küche in neuen Kreationen für Sie aufleben.

Genießen Sie zum Beispiel klassische Soljanka mit Sauerrahm oder Ragout fin von der Wachtel mit gegrilltem Tramezzini, Worchester-Sauce und Cheddar.

Das Hof zwei wünscht Ihnen guten Appetit!

 
Mall of Berlin öffnet - mit Staus ist zu rechnen

Wer am heutigen Mittwochabend zur Eröffnungsgala in die Mall of Berlin am Leipziger Platz möchte, sollte einige Anreisezeit einplanen – jedenfalls, wenn es mit dem Auto dorthin geht. Denn Medienvertreter werden dort spätestens ab 19 Uhr aufbauen, und um 21 Uhr werden rund 10 000 Gäste zur Pre-Opening-Party erwartet, darunter auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Laut Polizei sowie der Verkehrslenkung hat der Betreiber des neuen großen Einkaufszentrums aber keine Straßensperrungen oder Ähnliches beantragt.

100 000 Premierenkäufer erwartet

Immerhin wurde die Senatsverkehrslenkung vorgewarnt, dass für die Zeit von 18.30 Uhr bis 24 Uhr mit großem Betrieb zu rechnen ist.

Noch mehr an- und abfahrende Kraftfahrzeuge werden sich wohl am Donnerstag rund um die Leipziger Straße stauen, wenn die „Mall of Berlin“ offiziell um 10 Uhr öffnet. Bei der Verkehrslenkung sind rund 100 000 Besucher avisiert, die Verkehrsfachleute haben aber sicherheitshalber schon mal notiert, „dass die Besucherzahl unkalkulierbar“ sei. Bei Bedarf werde man „spontan reagieren müssen und verkehrslenkend eingreifen“, hieß es.

Fitnessstudio, Hotel, Wohnungen

Gleichzeitig mit der „Mall of Berlin“, dessen Eröffnung sich verzögerte, macht ein Fitnessstudio der Marke „Hard Candy“ auf, die Eröffnung eines „Motel One“-Hotels verzögert sich dagegen wegen eines Wasserschadens. Außerdem entstehen 270 Wohnungen. Hinsichtlich der Zahl der Läden und Lokale wird das Einkaufszentrum das größte Berlins. Nur bei der Verkaufsfläche liegt es mit 76 000 Quadratmetern hinter den Neuköllner Gropius-Passagen mit 85 000 Quadratmetern. Mit den geplanten Kernöffnungszeiten montags bis sonnabends von 9 bis 22 Uhr soll in der Mall of Berlin so lange verkauft werden wie in keinem anderen Zentrum. Die Eröffnung sollte zuletzt im Mai stattfinden.

Der Tagesspiegel, [24.09.2014]; Foto: Promo

 
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück. Wenn am kommenden Sonntag auf der schnellsten Marathon-Strecke der Welt 40.004 Läufer an den Start gehen, sind 31.000 von ihnen mit einer Art Glücksfaktor unterwegs. Sie haben ihre Startplätze erstmals durch einen Losentscheid erhalten.

Der Veranstalter SCC Events hat dieses Verfahren eingeführt, weil die verfügbaren Startplätze für den vorherigen Jubiläums-Marathon binnen dreieinhalb Stunden im Internet ausgebucht waren. Bei der Verlosung unter 74707 Bewerbern hatten alle die gleiche Chance, sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Die Berliner Sportler schneiden sogar etwas besser ab. Während die Zahl der Starter aus Deutschland mit mehr als 17.000 konstant blieb, ist der Anteil der Berliner auf rund 6500 gestiegen, sonst waren nur etwa 5500 Hauptstädter am Start. Unter den insgesamt 130 Nationen stellen die Dänen mit 3500 Sportlern die zweitstärkste Fraktion, dann folgen die Briten mit 3000.

Erstmals gibt es im Netz auch eine interaktive Karte, auf der die Starter Informationen zum Lauf finden, Zuschauer etwas über die 80 Bands an der Strecke erfahren und die Berliner sehen können, ab wann welche Straße gesperrt ist. Am Donnerstag beginnen die Sperrungen auf der Straße des 17. Juni.

Berliner Zeitung, [22.09.2014]

 
Auch bei Dussmann können Sie unter dem Motto "Unsere kreativste Nacht des Jahres" mitmachen

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr geht die deutschlandweite Lange Nacht des Selbermachens von Dawanda, dem Online-Marktplatz für Handgemachtes und Design, in die zweite Runde. Auch im KulturKaufhaus können Sie unter dem Motto "Unsere kreativste Nacht des Jahres" mitmachen: Greifen Sie gemeinsam mit zwei DIY-Expertinnen und Gräfe und Unzer-Autorinnen zu Ihren Werkzeugen und stellen Sie mit Kreativität und Einfallsreichtum Selbstgemachtes her!

18:00 - 20:00 Uhr: Lieblingsstücke für den Hund Lieblingsstücke für den Hund

Hundespielsachen gibt es viele - aber über einen selbstgehäkelten Donut wird sich Ihr Hund besonders freuen. Tesca Jahns zeigt Ihnen, wie Sie diese Donuts häkeln. Bitte bringen Sie eine Häkelnadel in der Stärke 3,5 oder 4sowie eine Wollnadel zum Vernähen mit. Für das Material bringen Sie bitte € 2,50 Euro/ Donut mit.

20:00 - 22:00 Uhr: Kuschelkissen für Einsteiger und Strickfans

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Kuschelkissen für Ihr Sofa? Am Besten richtig weich und selbstgemacht! Anne Köhler zeigt Ihnen, wie Sie dieses schöne Kreuzperlkissen stricken. Bitte bringen Sie 5 x 50g reine Wolle (Lauflänge 40 m, z. B. Ragazza Lei von Lana Grossa in der Farbe Stucco), eine Stricknadel in der Stärke 10 sowie eine Wollnadel zum Vernähen mit.

>> hier können Sie sich anmelden

 
Cocktails aus Plastikbechern, Currywurst und Kebap - auf den Brachen am Checkpoint Charlie herrscht das ganze Jahr Rummel

Bis Ende des Jahres sollen die Fressbuden auf den Brachen am Checkpoint Charlie verschwinden – damit dem Bau von Geschäftshäusern an der Friedrichstraße durch einen neuen Investor nichts mehr im Wege steht. Die irischen Grundeigentümer, die Mitte der 2000er Jahre Anteile an den Brachen erworben aber ihre Baupläne nie realisiert hatten, wollen die Flächen nun verkaufen. Und die große Nachfrage nach Häusern in Berlin wird Marktexperten zufolge dazu führen, dass der Käufer die Baulücken unverzüglich füllt.

Bezirk will "unangemessenes Provisorium" loswerden

Baustadtrat Carsten Spallek begrüßte, dass endlich etwas passiert auf den Bauflächen, die seit 20 Jahren brach liegen und will einem Investor keine Hürden in den Weg stellen.

Im Gegenteil, Spallek ärgert das „unangemessene Provisorium“ an dem geschichtsträchtigen Ort, wo sich auf dem Höhepunkt des kalten Krieges russische und amerikanische Panzer östlich und westlich des Kontrollpunktes schussbereit gegenüber standen. Der Baustadtrat hofft, dass die in den Baulücken zurzeit aufgestellten Cocktailbuden und Wurststände möglichst rasch „einer dauerhaften Nutzung durch richtige Gebäude“ weichen.

Keine Hürden für Baupläne

Für die Grundstücke besteht Spallek zufolge Baurecht nach „Paragraf 34“. Soll heißen: Ein Investor, der die Lücken mit Wohn- und Geschäftshäusern auffüllt, die sich in Höhe und Proportionen an den umgebenden Bauten orientiert, kann zügig mit einer Genehmigung rechnen.

9000 Quadratmeter wollten Verkäufer bauen

Dass rund sieben Jahre nach dem Einstieg der Iren und ihrer Ankündigung, am Checkpoint zwei Neubauten mit einer Fläche von rund 9000 Quadratmeter zu errichten, nun neue Hoffnung aufkommt, hängt mit dem bevorstehenden Rückzug der verhinderten Entwickler zusammen. Diese hatten der Irish Times gegenüber erklärt, sich auf ihre Geschäfte in Großbritannien zu konzentrieren und dass wegen des Booms am Berliner Grundstücksmarktes die Zeit reif sei für den Verkauf der Grundstücke.

Ganz ohne Druck der mächtigen „Nama“-Bank dürfte dies nicht geschehen: Das Geld, mit dem die Entwickler das Bauland erwarben, steht heute als Schulden in den Büchern der irischen „Bad Bank“ für Not leidende Kredite. Die hofft durch den Verkauf die Altschulden wieder hereinholen zu können.

Senat hält an Museumsplänen fest

Der Senatsverwaltung für Kultur ist die Verkaufsabsicht bekannt. An Plänen für ein „Museum des Kalten Krieges“, für das Räume in den dort geplanten Neubauten gemietet werden sollen, hält man fest: Das Museum „ist nach wie vor politischer Wille“. In „förmliche Verhandlungen“ können man „aber erst mit dem letztlichen Erwerber des Grundstückes“ eintreten, so Sprecher Günter Kolodziej. Im Mauermuseum, zurzeit noch Anlaufpunkt vieler Berlin-Besucher, ist man nicht überrascht über die Verkaufsabsichten: „Das hört man immer mal wieder“. sagte Chefin Alexandra Hildebrandt. Bei den Plänen für ein Museum des Kalten Krieges steht sie außen vor: „Die Person von Frau Hildebrandt und ihr Museum spielen in diesem Gesprächsprozess keine Rolle“, hieß es bei der Kulturverwaltung.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]

 

 
"Indian Summer" und Candlelight Dinner-Menü "Genuss zu Zweit"

Eingerichtet mit originalen Requisiten der CCC Filmstudios und vielen Erinnerungen an große deutsche Filme, bietet das Restaurant "Movie" Platz für angeregte Gespräche und lädt zum Schlemmen ein. Es erwartet Sie eine Auswahl regionaler und internationaler Gerichte.

Aus unserem Kulinarischen Kalender: Indian Summer: 11. September 2014 - 28. November 2014 (Foto: eyetronic - Fotolia.com)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 06.30 - 10.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 07.00 - 11.00 Uhr
Mittag (kleine Karte): 11.30 - 13.30 Uhr
Abendessen: 17.30 - 22.00 Uhr

Kids eat free
Kinder bis einschließlich 12 Jahre essen in unserem Restaurant aus der Kinderkarte kostenfrei, wenn sie in Begleitung eines zu Mittag oder zu Abend essenden Erwachsenen sind (gilt für maximal 2 Kinder). Dieses Angebot gilt für Familien, die im Hotel übernachten.

"Genuss zu Zweit"

Jeden Freitag ab 18:00 Uhr können Sie ein 3-Gänge-Menü genießen - Candlelight-Dinner
Preis pro Person: 22,00 Euro

 
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen. Das legt zumindest eine aktuelle Meinungsumfrage der Tourismuswerber der landeseigenen Gesellschaft Visit Berlin nahe, die jetzt veröffentlicht wurde. Neun von zehn Berlinern sind demnach stolz darauf, dass Menschen aus aller Welt ihre Stadt besuchen, 88 Prozent der Stadtbewohner fühlen sich durch Touristen „weder eingeschränkt noch gestört“.

3000 Berliner wurden befragt.

Immerhin 77 Prozent der Befragten sehen in den nächsten Jahren Vorteile für die Einwohner durch den steigenden Tourismus.

3000 Berliner wurden für die repräsentative Untersuchung befragt, das Ergebnis erfreut auch den Senat. „Die Akzeptanz für den Tourismus ist in Berlin ganz überwiegend sehr hoch“, heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) fürs Parlament.

Etwas negativer wird das Bild allerdings, wenn man sich die Ergebnisse in jenen Vierteln anguckt, die besonders viele Touristen anziehen. Gefragt, ob sie sich durch die vielen Besucher gestört oder eingeschränkt fühlen, antwortete jeder dritte Befragte in Friedrichshain und Kreuzberg mit „eher ja“, in Mitte immerhin noch jeder Fünfte. Auch in Tiergarten, Schöneberg und Prenzlauer Berg liegen die Negativwerte leicht über dem Durchschnitt, in Charlottenburg und Neukölln hingegen ist die Stimmung etwas besser.

Der Senat zieht aus der Studie den Schluss, dass „das Thema Akzeptanzerhaltung in Bezug auf den Berlin-Tourismus ein nicht zuletzt medial erzeugtes Problem ist und nicht originär auf den Tourismus zurückgeführt werden kann“. Was Wowereit und Yzer allerdings für ein reales Problem halten, ist das aus ihrer Sicht zu gering entwickelte Bewusstsein der Berliner, wie wichtig Besucher für die Wirtschaft sind.

Nur sechs von zehn Berlinern bewerten den Tourismus demnach als wichtigen Wirtschaftsfaktor – obwohl inzwischen 275000 Berliner vom Tourismus lebten, der zehn Milliarden Euro Umsatz erziele. Daher wollen der Senat und Visit Berlin den Bürgern gerade im Jahr des auch touristisch wichtigen Mauerfall-Jubiläums die Vorzüge der Gäste anschaulicher vermitteln.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]

 
Am 9. November ist der 25. Jahrestag des Mauerfalls

"Dieser 9. November 1989 war und ist ein ganz besonderer Tag für Berlin, für Europa und die ganze Welt, die auf uns geblickt und gefragt hat: Wie fällt diese Mauer?", sagt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und präsentiert die Vorhaben der Stadt zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Zur offiziellen Feier im Schauspielhaus am 9. November um 16 Uhr werden als Hauptredner der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, sowie Michail Gorbatschow, Lech Walesa und der damalige ungarische Ministerpräsident Niklas Nemeth erwartet.

Vom 7. bis 9. November steht Berlin ganz im Zeichen einer zuversichtlichen Erinnerung an die Grenzöffnung, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen. „Berlin, nun freue dich!“, hatte der damalige Regierende Bürgermeister Walter Momper ausgerufen – heute könnte es heißen: „Berlin, nun leuchte doch!“ Klaus Wowereit möchte das Ereignis mit Emotionen verbinden: „Licht ist Freude und Freiheit“. Der 9.11.89 sei ein Glückstag nicht nur für Berlin, sondern für die ganze Welt. Die Stadt erinnert daran wie berichtet mit einer temporären Lichtinstallation von rund 8000 Ballons, die an drei Tagen abends auf einer Strecke von 15 Kilometern den einstigen Mauerverlauf zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke markieren. Die runden Ballons mit 60 Zentimetern Durchmesser bestehen aus weißem Naturkautschuk und werden, mit Helium gefüllt, erleuchtet.

An jenem historischen Abend vor 25 Jahren, als die Ost-Berliner in den Westteil strömten, löste sich die Grenze auf, 2014 werden die Ballons von ihrem Haltestab und damit von der Batterie getrennt – und schon entschwebt die Erleuchtung in den Himmel. Jeder, der Lust hat, kann Ballonpate werden, eine Botschaft auf ein Kärtchen schreiben und seinen Traum mit dem Ballon auf die Reise schicken.

Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung

Der 9. November, ein Sonntag, beginnt mit einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung und der Eröffnung einer neuen Dauerausstellung in der Bernauer Straße. Zeitgleich mit dem offiziellen Festakt am Gendarmenmarkt gibt es ein Bürgerfest am Brandenburger Tor, bei dem die Staatskapelle und der Staatsopernchor unter der Leitung Daniel Barenboims Beethovens „Ode an die Freude“ intonieren. Ab 19 Uhr lassen dann tausende Ballonpaten ihre individuellen Botschaften in die Luft steigen. Die Brüder Christopher und Marc Bauder hatten die Idee dazu, einer von ihnen, Marc, montierte außerdem eine Filmcollage unter dem Titel „Mauerstücke“. Sie stellt Berlin-Bilder mit und ohne Mauer einander gegenüber. So entsteht ein spannendes Vorher-nachher-Panorama, das auch an wichtigen Punkten in der Innenstadt zu sehen sein wird.

Entlang der Lichtgrenze trifft der Besucher zudem alle 150 Meter auf ein Stück einer Open-Air-Ausstellung: „Hundert Mauergeschichten – Hundert Mal Berlin“ zeige „den Mut und die Kreativität derjenigen, die sich weigerten, das monströse Bauwerk als Normalität zu akzeptieren“, sagt Frank Ebert von der Robert-Havemann-Gesellschaft. Veranstalter des Ganzen ist die Kulturprojekte Berlin GmbH, und die Touristenwerber von Visit Berlin haben sich einen hübschen Slogan einfallen lassen: „Berlins spannendster Fall“.

Der Tagesspiegel, [08.09.2014]

 

 
Mode-Fans feierten die VOGUE Fashion’s Night Out 2014 in Berlin

Auf Einladung von VOGUE feierten tausende Berliner Mode-Fans die sechste VOGUE Fashion´s Night Out (VFNO) – die Einkaufsnacht, die alle internationalen VOGUE-Ausgaben weltweit zelebrieren. Über 125 exklusive Shops, Boutiquen und Luxus-Department-Stores hatten ihre Türen bis weit in die Nacht geöffnet und überraschten ihre Kunden mit besonderen Aktionen, Premieren, Limited Editions und kreativen Ideen. Auf Shopping-Tour in den Geschäften unterwegs war auch VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp mit ihrem Team, die dabei auch auf prominente Persönlichkeiten traf.

Einen besonderen Blickfang auf dem Kurfürstendamm bot der von VOGUE gebrandete Airstream: Aus dem amerikanischen Oldtimer-Wohnwagen heraus verteilten die Redaktionsmitglieder Popcorn und verkauften T-Shirts und Shopping-Bags zum Event. Außerdem dabei: die aktuelle September-Ausgabe von VOGUE, die mit dem Titelmotto "Shoppinglust" und einem 52-seitigen VFNO-Shopping-Supplement die perfekte Inspiration für die Mode-Nacht bot.

"Berlin ist eine der wichtigsten deutschen Modemetropolen und VOGUE Fashion´s Night Out hat hier mittlerweile Tradition. Es freut mich zu sehen, mit welcher Begeisterung die Berliner die Mode feiern und diesen Abend gemeinsam genießen", so Chefredakteurin Christiane Arp.

In diesem Jahr findet die VOGUE Fashion´s Night Out in über 18 Nationen mit mehr als 27 Partnerstädten statt. In Deutschland geht das Event heute Abend in die nächste Runde: Dann haben auch die Düsseldorfer Gelegenheit, bei der vierten VFNO am Rhein nach Lust und Laune bis weit nach offiziellem Ladenschluss zu shoppen.

"Shwe Shwe Poppis" und VFNO-Shopping-Bag: Shopping für den guten Zweck

Für Begeisterung bei den Fashion Fans sorgte auch der Verkauf der "Shwe Shwe Poppis" – Designerstoffpuppen im Patchwork-Stil aus Südafrika. Der Verkaufserlös der limitierten VFNO-Sonderkollektion, für die Stoffspenden von neun Modehäusern und Designern verarbeitet wurden, kommt dem Waisenhaus "Zola Crèche" in Soweto zugute. Der Erlös aus dem Verkauf der von VOGUE designten Shopping-Bag wird traditionell karitativen Einrichtungen in Berlin und Düsseldorf gespendet.

 
Wegen eines Kabeldiebstahls in Teltow kam es im Zugverkehr von und nach Berlin zu Verspätungen

Nach stundenlangen Einschränkungen am Mittwoch verkehrten die Züge des Regional- und Fernverkehrs auf der Nord-Südstrecke von und nach Berlin ab etwa 20 Uhr wieder weitgehend fahrplanmäßig. Grund für die Verspätungen und Zugausfälle auf vier Regionallinien und einer ICE-Verbindung war ein Kabeldiebstahl zwischen Lichterfelde und in Teltow.

Die Täter hatten dabei auch Signalkabel durchtrennt. Betroffene Züge durften danach nur nach Anweisungen fahren oder wurden umgeleitet. Betroffen waren vor allem viele Reisende ab dem Berliner Hauptbahnhof.

Der Tagesspiegel, [03.09.2014]

 
Wegen der Gema könnte es mit dem Straßenfest in Berlin jetzt vorbei sein

Nach 20 Jahren steht die Zukunft des traditionellen Musik-Straßenfestivals in Berlin auf dem Spiel. Schuld daran ist die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie stuft das öffentliche Fest der Musik künftig nicht mehr als Stadtfest ein, sondern als Konzert.

Dieser Tarif ist erheblich teurer und bedeutet für die Organisatoren eine Kostensteigerung von 63 Prozent. Das sind etwa 8 000 Euro mehr als bisher eingeplant und finanziert sind. Fast 20 Prozent den Gesamtbudgets würden nach dieser Abrechnung an die Gema fließen, bisher waren es maximal 10 Prozent, teilen die Organisatoren mit.

Öffentlich gefördert

„Mit dieser Erhöhung steht die Fête de la musique vor einem Problem“, sagt die Geschäftsführerin des Festivals, Simone Hofmann. Denn das Musikfest, das jedes Jahr am 21. Juni stattfindet, wird komplett aus öffentlichen Mitteln gefördert. Der Berliner Senat, genauer die Abteilung für Kulturelle Angelegenheiten von Kulturstaatssekretär Tim Renner, finanziert jährlich 24.200 Euro, die Lotto-Stiftung gewährt 88.000 Euro. Mehrausgaben sind nicht erlaubt. „Ein Posten für Unvorhersehbares ist nicht vorgesehen“, sagt Hofmann. Sie befürchtet, dass das Musikfest im kommenden Jahr nicht mehr finanzierbar sei.

Seit Mai 2014 verhandeln Gema und Veranstalter über eine Einigung. Die Organisatoren der Fête de la musique verweisen auf eine vereinbarte Summe von 7000 Euro, die Gema fordert hingegen künftig 20.000 Euro. „Es gab bisher keine Einigung“, sagt Hofmann. Auch ein Brief von Kulturstaatssekretär Tim Renner an den Gema-Vorstand in München brachte kein neues Ergebnis. Weitere Unterstützung kann Hofmann vom Land Berlin jetzt nichjt mehr erwarten. „Notfalls müssen die zusätzlichen Kosten aus dem bestehenden Budget erwirtschaftet werden“, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Günter Kolodziej. Das lasse das Budget auch zu.

Hoffmanns letzte Hoffnung ist nun die Bewilligung eines Antrages bei der Lotto-Stiftung, die die anfallenden Mehrkosten übernehmen könnte. Am 24. September wird die Stiftung darüber entscheiden. „Sagt die Lotto-Stiftung Nein, gibt es in Berlin keine Fête de la musique mehr“, sagt Hofmann.

Seeed würden das Aus des Festivals bedauern

Das weltweite Musikfest findet in mehr als 520 Städten in 106 Ländern statt, 1982 zum ersten Mal in Frankreich. In Berlin wurde das musikalische Straßenfest am 21. Juni („umsonst und draußen“) seit dem Start im Jahr 1995 von Jahr zu Jahr populärer, immer mehr Menschen kamen, anfangs waren es 4000 Zuschauer, in den vergangenen Jahren um die 100.000.

In diesem Jahr spielten Musiker, Sänger, Bands und Orchester an 110 Orten in allen zwölf Bezirken. Zu den Höhepunkten zählte der Auftritt der Berliner Band Element of Crime mit Sven Regener. Mehr als 3000 Fans waren zum Konzert der Band am Oranienplatz in Kreuzberg gekommen. Im Mauerpark feierten etwa 15.000 Besucher.

Eine erste Reaktion kommt von der Band Seeed. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Musiker: „Wir selbst haben dreimal auf der legendären Mauerpark-Bühne im Rahmen der Fête de la musique gespielt, und diese Konzerte gehören zu den band-geschichtlichen Highlights und bleiben unvergesslich! Berlin würde ohne die Fête etwas fehlen.“

Berliner Zeitung, [02.09.2014]

 
Ab 18 Uhr droht Chaos

Der Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für den heutigen Montag aufgerufen hat, soll auch die Berliner S-Bahn lahmlegen. „Die S-Bahn wird einbezogen. Wir haben auch dort unsere Mitglieder dazu aufgerufen, die Arbeit zwischen 18 und 21 Uhr niederzulegen“, sagte Frank Nachtigall, der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, der Berliner Zeitung.

Die Züge sollen zum Streikbeginn am jeweils nächsten S-Bahnhof halten, damit die Fahrgäste aussteigen und sich andere Fahrmöglichkeiten suchen können. „Wir werden keine Fahrgäste in Geiselhaft nehmen“, so Nachtigall. Er ging am Mittag davon aus, dass der Großteil des S-Bahn-Verkehrs unterbrochen wird. Rund 80 Prozent des Fahrpersonals bei der S-Bahn sei in der GDL organisiert. „Wir haben in den vergangenen Jahren ordentlich dazu gewonnen“, sagte er.

Kritik, dass der Streik vor allem Berufstätige treffen wird, wies der GDL-Bezirksvorsitzende zurück. „In dieser Situation können wir keinen Bereich des Bahnverkehrs ausnehmen“, sagte er. Auch der Fern-, Regional- und Güterverkehr der Deutschen Bahn sei betroffen. Im Güterverkehr werden die Auswirkungen ebenfalls gravierend sein, denn an Montagen sind mehr Güterzüge unterwegs als sonst. „Durch die Wahl des Termins haben wir schon versucht, Rücksicht auf die Pendler zu nehmen. Um 18 Uhr sind viele schon zu Hause“, so Nachtigall.

Möglichst vor 18 Uhr Ziel erreichen

S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz riet den Fahrgästen, ihr Ziel heute möglichst vor 18 Uhr zu erreichen – oder auf Fahrten mit der S-Bahn zu verzichten. „Diesen Tipp können wir unseren Fahrgästen auf jeden Fall geben“, sagte er. Wie sich der Streik konkret auswirken wird, sei für die S-Bahn Berlin GmbH noch nicht abschätzbar. „Was im Einzelnen wo passieren wird, ist nicht absehbar. Es ist aber klar, dass die Auseinandersetzung bewusst auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden soll.“ Priegnitz empfahl den Betroffenen, sich Alternativrouten zu suchen. „Wir werden alle unsere Kommunikationskanäle befüllen. Die BVG ist die wichtigste Alternative. Sie ist von dem Streik der GDL-Mitglieder nicht betroffen und fährt normal.“

Der Warnstreik am heutigen Montag könnte nicht der letzte sein, drohte die Lokführer-Gewerkschaft. Wenn die Arbeitgeberseite kein diskussionswürdiges Angebot vorlegt, werde es „zeitnah“ weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte Nachtigall. „Wer uns kennt, der weiß, dass wir einen sehr langen Atem haben.“ 2008 hatte es lange Streiks gegeben, die auch den Berliner Bahn- und S-Bahnverkehr lahmlegten.

Berliner Zeitung, [01.09.2014]

 
200.000 Euro Sachschaden bei Madame Tussauds

Henry Maske ist K.o. gegangen. Er fiel auf den Rücken und blieb liegen. Zu allem Überfluss verpasste der Schläger, der den Boxchampion niederstreckte, auch noch Muhammad Ali einen Hieb. Die Polizei sucht den Täter.

Es ist der 28. Mai dieses Jahres, ein Tag vor Himmelfahrt. Laut Polizeiprotokoll, das erst jetzt bekannt wurde und der Berliner Zeitung vorliegt, ist es kurz vor 18 Uhr. Ein älterer Herr, eine ältere Dame und ein etwa 30-jähriger Mann betreten das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds Unter den Linden in Mitte. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Mutter, Vater und Sohn handelt. Sie sollen gleich viel Spaß haben.

Bei Madame Tussauds, das vor allem bei Touristen beliebt ist, kann man sich zusammen mit wächsernen Stars ablichten lassen. Für das Foto mit Albert Einstein liegt eine weiße Perücke zum Aufsetzen bereit. Wer Lust hat, neben Peter Maffay zu posieren, kann sich eine Gitarre umhängen und hinter das Mikrofon stellen. Oder man zieht sich einen Boxermantel und Handschuhe an und stellt sich für ein Andenkenfoto neben Muhammad Ali. Doch was die Überwachungskameras der Ausstellung an jenem Mittwoch aufzeichnen, lässt sogar erfahrene Polizisten staunen.

Eins auf die Nase

Der junge Mann hängt sich den Mantel um und stülpt die Boxhandschuhe über. Dann gibt er Muhammad Ali so richtig eins auf die Nase. Der Vater filmt die Szene mit einer Videokamera und die Mutter stachelt ihren Sohn weiter an. Dann geht der 30-Jährige zu Henry Maske, der in schwarzem Mantel dasteht, die Fäuste erhoben, als würde er sich gerade warm machen. Mutter und Vater feuern ihren Sohn erneut an. Der schaut in die stechend blauen Augen des zwölffachen IBF-Weltmeisters im Halbschwergewicht – und gibt ihm einen kräftigen Kinnhaken. Die Wachsfigur kippt um und zerspringt in mehrere Teile. Auch das filmt der Vater. Dann geht die Familie in aller Ruhe in Richtung Ausgang.

Bevor die drei hinausschlendern, lassen sie sich noch an einem ausgestellten Trabant-Modell von einem fest installierten Fotoapparat des Wachsfigurenkabinetts ablichten. „Den Ausdruck nahmen sie mit, aber sie dachten wohl nicht daran, dass das Foto auf der Festplatte gespeichert ist“, sagt ein Ermittler.

Und so haben die Beamten ein nett anzuschauendes Farbfoto auf dem Schreibtisch liegen, das eine glückliche und vor allem harmlos anmutende Familie zeigt: Der Vater in brauner Wetterjacke hinter der geöffneten Fahrertür des Trabis. Die Mutter, eine kleine weißhaarige Frau, und ihr Sohn auf der Beifahrerseite. Der Sohn blond, mit Bärtchen und in blauer Wetterjacke. Nur die Namen kennt die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht. „Wir ermitteln wegen Sachbeschädigung“, sagt er. Der Sachschaden ist hoch, er liegt bei 200.000 Euro. Während Muhammad Ali nur eine relativ leichte Blessur am Kinn davon trug, erlitt Henry Maske einen Totalschaden.

Unangenehmer Vorfall

Der Sprecher von Madame Tussauds, Jonas Müller, bestätigt auf Nachfrage, dass es die Sachbeschädigung gab, möchte aber nicht weiter über den unangenehmen Vorfall reden. Er sagt nur, dass die Puppe derzeit in den Werkstätten repariert werde. „Wann sie fertig ist und wieder aufgestellt werden kann, wissen wir noch nicht.“ Henry Maske selbst äußerte sich auf Anfrage nicht. Er sei im Urlaub, hieß es von seiner Agentur in Trier.

Den letzten bekanntgewordenen Fall dieser Art hatte es im Wachsfigurenkabinett im Juli 2008 gegeben. Damals kam gleich am Eröffnungstag Adolf Hitler der Kopf abhanden. Ein Besucher riss ihn ab. Seitdem sitzt Hitler hinter Glas, fotografieren verboten. Der Attentäter wurde ermittelt. Ein Gericht verhängte gegen den arbeitslosen 42-Jährigen 900 Euro Strafe. Für das Wiederankleben des Kopfes forderte Madame Tussauds von dem Randalierer 6 325 Euro Schadensersatz.

Berliner Zeitung, [29.08.2014]

 

 
Der Chef der Stiftung Berliner Schloss Manfred Rettig schlägt Alarm

Die Überlegungen zu einem möglichen Ausstieg des Landes Berlin aus dem Schlossprojekt (Humboldt-Forum) haben die Verantwortlichen für den Neubau alarmiert. „Ich warne davor, die Planungen für das Humboldt-Forum zu ändern“, sagt das Vorstandsmitglied der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, Manfred Rettig. „Das hätte zum jetzigen Zeitpunkt fatale Folgen.“

Wie berichtet, gibt es zwischen dem Bund und dem Land Berlin informelle Gespräche über einen möglichen Rückzug Berlins aus dem Kulturprojekt auf dem Schlossplatz. Dabei geht es dem Vernehmen nach darum, dass Berlin auf 4 000 Quadratmeter Nutzfläche verzichtet, die nach den bisherigen Plänen durch die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) genutzt werden sollen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz könnte die Flächen gut für eine museale Nutzung gebrauchen.

Laut Rettig lässt sich das jedoch nicht machen. „Wir können nicht einfach eine Bibliothek durch ein Museum ersetzen“, warnt der Manager, dessen Stiftung als Bauherr für das neue Schloss fungiert. „Das ist nicht eine Sache, die man jetzt mal einfach zur Diskussion stellen kann“, sagt er. „Wir haben feste Termine. Unser Projekt liegt im Zeit- und Kostenplan.“ Für den Bau der Bibliothek im neuen Schloss seien bereits Aufträge vergeben worden. Sollte sich die Zentral- und Landesbibliothek aus dem Projekt zurückziehen, so Rettig, „würden wir einen Baustillstand und einen Planungsstillstand bekommen“. Damit wären unweigerlich auch Kostensteigerungen verbunden.

Soweit will es Rettig nicht kommen lassen. „Ich werde nicht zulassen, dass wir hier einen zweiten Flughafen bauen“, sagt er in Anspielung auf das Desaster beim Bau des BER in Schönefeld.

„Welt der Sprachen“ geplant

Die bisherige Planung für das Schloss sieht vor, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst aus Dahlem zum Schlossplatz zieht. Die Museen dürfen sich im künftigen Humboldt-Forum auf 24.000 Quadratmeter Fläche präsentieren. Der Dialog der Kulturen steht dabei thematisch im Mittelpunkt.

Die ZLB will sich passend zum Thema auf 4000 Quadratmetern mit einer „Welt der Sprachen“ präsentieren. Dabei soll es unter anderem um die interkulturelle Kommunikation gehen, heißt es: um das linguale Reden genauso wie um sprachliche Gesten und Mimiken. Die Humboldt-Universität will auf rund 1000 Quadratmetern über Ausstellungen und Veranstaltungen vermitteln, welche Rolle die Wissenschaft im Alltag spielt. Die Flächen für die Museen, die Bibliothek und die Universität sind bereits verteilt.

„Wir können jetzt nicht einfach die inhaltliche Konzeption in Frage stellen“, kritisiert denn auch Bau-Manager Rettig. Die Nutzung des Humboldt-Forums durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Zentral- und Landesbibliothek und die Humboldt-Universität sei Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses. „Die Glaubwürdigkeit dieses Konzepts können wir nicht einfach in Frage stellen.“ Der Deutsche Bundestag habe das Konzept als Grundlage für seine Beschlüsse genommen. „Ich will Sicherheit für das Bauprojekt haben und bin froh, dass alle Verantwortlichen dies auch wollen“, sagt Rettig.

Wer die Überlegungen zu einem möglichen Rückzug Berlins aus dem Humboldt-Forum angeregt hat, ist schwer zu sagen. Von Seiten des Landes Berlin heißt es hinter vorgehaltener Hand, der Bund habe einen Rückzug des Landes angestoßen, woraufhin man sich in Senatskreisen Gedanken über die Bedingungen gemacht habe. Auf Seiten des Bundes heißt es dagegen, die Initiative sei vom Land Berlin ausgegangen – und zwar noch vor Amtsantritt des jetzigen Kulturstaatssekretärs Tim Renner. Fest steht: Eine offizielle Bestätigung für die informellen Gespräche gibt es nicht.

Die Kulturverwaltung bekräftigte zuletzt mehrmals, es gebe keine neue Sachlage. Danach gelten die geschlossenen Vereinbarungen zwischen Berlin und dem Bund. Das heißt: Das Land Berlin zahlt 32 Millionen Euro für den Bau des Humboldt-Forums und stellt sein Grundstück im Wert von rund 51 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung – im Gegenzug dürfen ZLB und Humboldt-Uni Flächen im neuen Schloss nutzen.

Kehrtwende noch möglich

Auf Seiten des Landes Berlin errechnete man einen Betrag von bis zu 83 Millionen Euro, der bei einem Rückzug vom Schlossprojekt durch den Bund ausgeglichen werden müsste. Eine Geldzahlung in dieser Höhe wird auf Bundesseite jedoch als „undenkbar“ bezeichnet. Der Bund will die Berliner Kompensationsansprüche mit dem Wert der Grundstücke der Dahlemer Museen verrechnen, die Berlin angeboten werden. Wie zu hören ist, soll der Bund aktuell den Wert der Dahlemer Grundstücke feststellen. Ein Indiz dafür, dass die Überlegungen für einen Ausstieg Berlins offenbar noch nicht beendet sind. Jedenfalls nicht auf Bundesseite.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) könnte die Flächen Berlins im Humboldt-Forum gut gebrauchen. So erklärte SPK-Präsident Hermann Parzinger am 2. Dezember 2013 bei einer Anhörung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses: „Wenn wir mehr Fläche hätten – und ich will die Berliner Einrichtungen nicht aus dem Humboldt-Forum hinausdrängen –, dann könnten wir das Museum Europäischer Kulturen mit hineinnehmen.“

Schon vor etwa neun Monaten wurde damit ein möglicher Rückzug Berlins aus dem Projekt thematisiert, ohne ihn zu fordern. Die Äußerungen der vergangenen Tage lassen darauf schließen, dass auf Seiten des Bundes ein größeres Interesse an einem Rückzug Berlins besteht als beim Senat. Ende: offen.

Berliner Zeitung, [27.08.2014]

 

 
Sanierungsarbeiten dauern länger als geplant

Schon jetzt wird auf dem Bahnhof Friedrichstraße an allen Ecken gebaut. Bis Ende 2015 wird er eine Wanderbaustelle bleiben. Mindestens. Als Grund gibt die Deutsche Bahn (DB) nicht allein die nötige Baupfusch-Beseitigung an, die nach dem Absturz eines 20 Kilogramm schweren Betonteils in der belebten Bahnhofshalle im Dezember 2012 nun beginnen soll.

Parallel werde die Sicherheits- und Anlagetechnik modernisiert, sagte am Donnerstag der Leiter des Regionalbereichs Ost, Friedemann Keßler. Wegen der angelaufenen Arbeiten mussten schon einige der insgesamt 50 Läden schließen. Anderen steht es bevor. Und nicht alle sehen das so positiv wie der DB-Mann, der die Zwangspausen als Chance darstellt, das „Outfit moderner zu gestalten.“

Der Friseur auf der Ostseite des Bahnhofs hat schon geschlossen und weist seine Kunden darauf hin, in welchen anderen Filialen die Stammkunden ihre vertrauten Mitarbeiter finden. Bei der Reinigung nebenan hängt ein Schild mit der Schließzeit ab September im Fenster. „Das genaue Datum wissen wir von der Bahn seit einer Woche“, sagt eine Mitarbeiterin. Der Zeitpunkt sei ärgerlich, „damit geht uns das Herbst- und Wintergeschäft flöten.“ Immerhin werde hier niemand entlassen.

In der Änderungsschneiderei ein paar Schritte weiter ist dagegen von Kündigungen die Rede. „Wir sind alle genervt. Aber was soll man machen. Die Ketten-Läden können ihre Mitarbeiter teils in anderen Filialen einsetzen, aber bei den kleinen Geschäften geht das nicht.“ Auch in anderen Läden ist die Stimmung wegen der bevorstehenden, mehrmonatigen Schließungen eher angespannt. Von Entschädigungen für den Verdienstausfall sei keine Rede. Man müsse schon froh sein, wenn die Verträge überhaupt verlängert würden, berichtet ein Betroffener, der keinesfalls genannt werden will. Die geforderte Miete beziffert er auf rund 100 Euro pro Quadratmeter.

Niemand soll entlassen werden

Das hört sich bei den Verantwortlichen der Deutschen Bahn ganz anders an. Wegen zunehmender Anfragen haben sie am Donnerstag Journalisten in das ebenfalls schon geschlossen DB-Besucherzentrum geladen, um zwischen gestapelte Spanplatten und Baumaterial über den „Sachstand zu den Arbeiten im Bahnhof Friedrichstraße“ zu informieren. „Jeder von Schließung betroffene Händler bekommt eine individuell ausgehandelte Entschädigung“, sagt Heiko Jentsch, der Leiter für die Vermietung beim Regionalbereich Ost der Bahn. Das betreffe Löhne, Waren und Umsätze.

„Alle Themen wurden eingepreist und wir haben Lösungen gefunden“, betont Jentsch. „Niemand muss entlassen werden. Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst..“ Ziel sei es, die Beeinträchtigungen für die Mieter während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Zur Höhe der im Bahnhofsbereich verlangten Mieten mag er keinerlei Angaben machen. Die seien „umsatzabhängig“.

Ob die rund anderthalb Jahre andauernden Bauarbeiten über die punktuellen Belästigungen auf dem Bahnhof hinaus den Fahrgastverkehr beeinträchtigen werden, bleibt vorerst offen. „Es kann auch mal passieren, dass ein Bahnsteig geschlossen werden muss“, sagt Regionalbereichsleiter Keßler. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen beziffert er auf rund zehn Millionen Euro. Nach Bahnangaben ist der Bahnhof Friedrichstraße mit täglich rund 210 000 Reisenden einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Berlins.

Berliner Zeitung, [28.08.2014]

 
Probieren Sie Süppchen vom Wiesenkerbel und Schaum vom Borretsch mit feiner Schnittpraline vom Tafelspitz

Im Restaurant Hof zwei dreht sich im September alles um Wildkräuter. Sie verleihen einen natürlich frischen Geschmack und wirken stimulierend auf Körper und Seele – ein Muss in der Hof zwei Küche.

Probieren Sie zum Beispiel Süppchen vom Wiesenkerbel und Schaum vom Borretsch mit feiner Schnittpraline vom Tafelspitz. Das Team vom Hof zwei wünscht guten Appetit!

 
Premiere am 2. Oktober 2014 im Kabarett Theater DISTEL

Das neue Programm der DISTEL karikiert die Realität im beginnenden zehnten Jahr der Merkel-Ära. Martin Maier-Bode, künstlerischer Leiter der DISTEL, möchte aufgreifen, was an ihrer Politik allgemein nicht mehr nur als beständig und solide, sondern als eher lähmend wahrgenommen wird: "Merkel ist doch die heimliche Königin von Europa. Ihre Macht ist inzwischen so allumfassend, dass eigentlich gar nichts mehr passiert, es sei denn, es geschieht ´im Namen der Raute´."

Maier-Bode will den Merkelismus mittels einer komisch verstrickten Satire anpacken, die direkt im Berliner Regierungsviertel verortet ist: Eine scherzhafte Brautentführung endet kurioserweise im selben Hotel, in dem fieberhaft ein Treffen zwischen Merkel und Obama vorbereitet wird. In der Folge kommt es zu vielschichtigen kabarettistischen Verwicklungen. Spielerisch verweben sich die Erlebnisse Einzelner mit den Geschehnissen auf internationalem Parkett zu einer Komödie mit aktueller Brisanz, die so das Politische im Privaten aufspürt.

Den Autoren war es wichtig, bei der Erarbeitung des Stückes eng mit den Darstellern zusammenzuarbeiten, da diese in einer parallelen Rahmenhandlung immer wieder aus dem Spiel heraustreten, um das Dargestellte zu hinterfragen und selbst sarkastisch zu debattieren. Den führenden Protagonisten dieser kabarettistischen Selbstverständigung spielt Edgar Harter, was das Publikum gern als Hommage an den Schauspieler verstehen darf. Harter wird mit diesem Programm sein 40. DISTEL-Jubiläum begehen und anschließend seine künstlerische Tätigkeit am Haus ausklingen lassen.

Die Regie liegt wieder in den Händen von Dominik Paetzholdt, der damit seine vierte Arbeit an der DISTEL vorstellen wird. Erstmalig arbeitet er dabei mit dem Musiker und Komponisten Tilman Ritter zusammen.

Termine:

29.09. 20 Uhr Voraufführung
30.09. 20 Uhr Voraufführung
01.10. 20 Uhr Voraufführung
02.10. 20 Uhr Premiere

03.10. | 05. - 10.10. | 13. - 17.10. | 20. - 22.10. - jeweils 20 Uhr
04.10. | 11.10. | 18.10. - jeweils 17 & 20 Uhr

Foto: Jörg Metzner